Die Angst, schwach auszusehen (#39)
Shownotes
Viele Führungskräfte lernen früh, sich nichts anmerken zu lassen. Die Angst, schwach auszusehen, kostet oft mehr, als sie schützt: Sie führt zu Entscheidungen auf dünnerer Informationsbasis und macht Dich für die Menschen, die Du führst, schwerer lesbar. Heiko van Eckert erklärt aus 35 Jahren Führung auf Geschäftsführungs- und Vorstandsebene, warum dosiertes Zeigen von Gefühlen die eigene Wirkung erhöht, und wie Du klein damit anfängst.
Heiko erzählt, wie er schon als Kind lernte, seine Unsicherheit zu verbergen, und wie dieses Muster über die Beraterjahre bis in die Vorstandsrunde mitwuchs. Er zeigt, warum Kontrolle in Führungspositionen belohnt wird, während Gefühle als Risiko gelten. Er beschreibt, was das Pokerface tatsächlich kostet: dünnere Entscheidungsgrundlagen, ein Team, das dieselbe Fassade übernimmt, und fehlende Unterstützung, weil niemand von der eigenen Unsicherheit weiß. Am Ende erzählt er, wie der Verkauf der salegro AG das erste Mal war, dass er Schwäche in dieser Größenordnung zugegeben hat.
Was du mitnimmst: • Die Angst gilt nicht der Schwäche, sondern dem Schwach-Aussehen • Wer nichts zeigt, bekommt von seinem Team auch nichts Echtes zurück. • Mitarbeitende übernehmen häufig das Muster ihrer Führungskraft, und Probleme kommen später und größer auf den Tisch. • Gefühle sind ein Frühwarnsystem: Ärger zeigt eine verletzte Grenze, Unruhe zeigt eine ungeklärte Entscheidung. • Dosiertes Zeigen von Gefühlen macht Dich lesbarer und erhöht Deine Wirkung. • Klein anfangen hilft: einmal ehrlich "das weiß ich noch nicht" sagen und beobachten, wie es sich anfühlt.
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Zeitstempel: 00:00 Warum Gefühle in Führung als Risiko gelten 00:31 Warum das Zeigen von Gefühlen ein Vorteil ist 02:22 Kindheitserinnerung: die Angst vor dem Auslachen 03:10 Wie die Angst mit der Karriere mitwächst 04:14 Der Preis des Pokerfaces: drei Konsequenzen 06:48 Persönliche Geschichte: der Verkauf der salegro AG 08:17 Wie Du klein anfängst, Schwäche zu zeigen 09:46 Was Du mitnimmst
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00:00:00: Ich habe schon als Kind angefangen zu trainieren, mir nichts anmerken zu lassen.
00:00:05: Und ich hab erst spät gemerkt was mich das gekostet hat.
00:00:10: Ich hatte keine Angst davor die falsche Antwort zu geben sondern ich hatte Angst davor ausgelacht zu werden.
00:00:17: Je höher die Position ist desto weniger Menschen gibt es noch vor denen man Schwäche wirklich zugeben kann wo man diese Schwäche zeigen kann.
00:00:27: Wer nicht zeigt bekommt auch nichts zurück.
00:00:39: Willkommen mit meinem Podcast Männer in Balance, ich bin Heike van Eckert.
00:00:46: Ich habe jahrelang trainiert schon als Kind angefangen zu trainieren mir nichts anmerken zu lassen und ich hab erst spät gemerkt was mich das gekostet hat.
00:00:58: heute arbeite ich mit Männern in Führungsverantwortung, denen es genauso geht.
00:01:05: Heute gehts darum schwach zu sein und vor allem geht's um die Angst diese Schwäche auch zu zeigen.
00:01:15: Es geht um warum Gefühle in Fährungspositionen als Risiko gelten und was uns diese Vorsicht tatsächlich kostet.
00:01:25: Ich glaube ja, dass das Zeigen von Gefühlen ein Vorteil ist.
00:01:29: Kein Zugeständnis!
00:01:31: So wie wir es auch in den Pokerfolien mit Mike hatten.
00:01:34: Ja also Pokerface ist nicht die ideale Variante.
00:01:38: Das zeigen von Gefüllen...das ist der eigentliche Vorteil.
00:01:43: solange ich meine Gefühle sozusagen im Griff habe aber sie kenne und es managen kann damit umgehen kann.
00:01:53: Warum Im Business anders, Führungskräfte werden über Jahre schon immer eigentlich für Beherrschungen belohnt.
00:02:03: Gefühle zu zeigen auszurasten davor haben dann irgendwie immer alle Angst.
00:02:07: aber gefühle sind auch trauer mit Gefühl und das ist eher verpönt.
00:02:13: wer ruhig bleibt wer sich im Griff hat ja der gilt als belastbar.
00:02:20: Wer sich was anmerken lässt Geräte in Verdacht die Kontrolle zu verlieren Das ist Tabu, das dürfen Führungskräfte nicht.
00:02:28: Immer unter Kontrolle – alles immer unter Kontrollen!
00:02:31: Ist die Maxime.
00:02:33: Das ist gelernt, das ist nicht angeboren.
00:02:35: Ja?
00:02:35: Das ist gelernet und sozialisiert.
00:02:37: Das Bild, das wir von Führungskräften haben.
00:02:40: Deswegen ist es ja häufig gar nicht die Angst selber schwach zu sein, sondern es ist die Angst davor, Schwach auszusehen.
00:02:49: Das eigentlich schlimme.
00:02:52: Und das hat Einfluss auf Entscheidungen Weil es treibt viele Entscheidungen und über die will ich hier heute mal reden.
00:03:01: Als Kind wusste ich oft schon die Antwort in der Schule, aber meine Hand blieb unten.
00:03:09: Es hätte ja falsch sein können.
00:03:11: Die anderen hätten mich auslachen können.
00:03:15: Und das ist das Spannende!
00:03:16: Ich hatte keine Angst vor dem Irrtum, ich hatte keine angst davor die falsche Antwort zu geben sondern ich hatte Angst davor ausgelacht zu werden.
00:03:26: Und dieses Muster ist bei mir mitgewachsen, ja?
00:03:30: Über die Schulzeit hinaus ins Beraterleben in die Vorstandsrunde.
00:03:35: Ich konnte nicht sagen dass ich was nicht weiß weil ich hatte immer Angst vor der Reaktion der anderen Ja, die Bühne wurde größer Die Fehler teurer.
00:03:45: Lassen Sie uns mal drauf gucken.
00:03:46: woher kommt denn diese Angst?
00:03:49: Wie gesagt ich habe das früh gelernt Das schwäche Angriffsfläche bedeutet ich musste stark sein.
00:03:56: Die Karriere verstärkt das Ganze noch, gerade bei Männern die ja so sozialisiert sind und bei Frauen übrigens auch von denen dann plötzlich Härte- und Behaschung erwartet wird.
00:04:06: Denn dass ist das was befördert wird.
00:04:09: Je höher die Position ist desto weniger Menschen gibt es noch vor denen man diese Schwäche wirklich zugeben kann wo man diese schwäche zeigen kann.
00:04:19: Und irgendwann ist es dann Reflex.
00:04:22: Irgendwann ist es dann eine bewusste oder unbewusste Entscheidung, das eben nicht mehr zu zeigen.
00:04:27: Selbst wenn's da is'.
00:04:30: Das ist sozusagen das pro-cafées, dass sozialisiert ist weil es erwartet wird.
00:04:36: Nicht weil ich mir Vorteil davon verspreche sondern weil es von mir erwartet werden.
00:04:44: Nur was ist der Preis dafür?
00:04:48: Wer nichts zeigt bekommt auch nix zurück.
00:04:53: Die Menschen, die du führst spiegeln irgendwann nur noch die Fassade.
00:04:59: Sie merken genau das du nicht mehr echt bist und die Folge davon ist dass wir Entscheidungen auf dünnerer Informationsbasis treffen weil wir nicht mehr die echten Informationen bekommen sondern nur noch das was man uns geben will.
00:05:19: Zweiter Aspekt, noch schlimmer übrigens im schlimmsten Fall übernehmen die Mitarbeiter dein Muster.
00:05:28: Die Probleme kommen später auf den Tisch oft zu spät weil auch die Mitarbeiter keine Schwäche mehr zeigen wollen denken keine schwächen mehr zeigen zu dürfen.
00:05:41: und das dritte was ich nicht zeige kann mir auch niemand abnehmen.
00:05:47: wenn ich schwäche Unsicherheit nicht wissen zeige Dann kann mir jemand helfen.
00:05:53: Wenn ich es nicht zeige, kann mir auch niemand helfen.
00:05:57: Gefühle wenn ich sie bei mir wahrnehme sind ja so eine Informationsquelle.
00:06:02: Ich erfahre ja was über mich.
00:06:04: Ja Sie sind Daten über die Lage wenn man so will.
00:06:09: Ärger.
00:06:11: Ärger ist die Emotion der Werteverletzung, heißt es immer so schön.
00:06:14: Das heißt, Ärger zeigt wo etwas verletzt wurde was mir wichtig ist.
00:06:19: Wo ein Wert verletzst wurde, der mir wichtig is.
00:06:22: Darüber kann ich was über mich lernen.
00:06:24: das heisst wenn ich mich ärgere, kann ich immer sofort feststellen hey Moment mal auf welche Seehe ist man mir gerade denn getreten?
00:06:32: Unruhe vor einer Entscheidung zeigt ja oft, dass etwas nicht geprüft ist.
00:06:37: Dass etwas noch nicht klar ist.
00:06:40: Ah!
00:06:40: Noch nicht sauber ist, dass ich noch mehr Zeit in die Entscheidung, in die Klarheit investieren muss.
00:06:48: Wer all diese Gefühle, diese Unsicherheit diesen Ärger wegdrückt der drückt auch diese Informationen weg und der verliert dann ein Frühwarnsystem das schneller ist als jede Großhirn-Analyse.
00:07:06: Und ganz spannender Effekt, wer dosiert diese Gefühle zeigt wird lesbar und das erhöht die Wirkung.
00:07:16: Weil die Menschen mehr mit dir anfangen können wenn du lesbar bist.
00:07:21: Wenn du authentisch bist, wenn du echt bist ,wenn die Emotionen rüber kommen.
00:07:27: Kurze persönliche Geschichte wo ich es gelernt habe Reiner ist ja damals aus der Salegro ausgestiegen mein Partner Und ja, ich hätte allein weitermachen können.
00:07:40: Aber ich habe verkauft.
00:07:41: Grund.
00:07:42: Ich wollte es nicht alleine und diese Entscheidung zu treffen oder auch das Unternehmen loszulassen die Schwäche an der Stelle zuzugeben.
00:07:51: Das war das erste Mal dass sich in dieser Größenordnung das öffentlich gemacht hat, dass ich mich dazu schwach fühle.
00:08:01: Ja, ich hab's oft verkauft als ich will nicht aber letztendlich war es.
00:08:09: Und das war für mich so ein Punkt, wo ich gesagt habe ok jetzt Heiko steht dazu.
00:08:14: Sei ehrlich sei echt.
00:08:16: Heute kann ich sagen wenn ich etwas nicht weiß.
00:08:19: heute kann Ich sagen wenn mich was ärgert.
00:08:21: heute kann ich Sagen Wenn ich mich schwach fühle aber wenn ich genau hinspüre ist es nie wirklich selbstverständlich geworden.
00:08:32: ja Ich habe immer noch diesen Reflex erst eine Geschichte zu erzählen.
00:08:36: Ich hab' immer noch den Reflex gut auszuschauen, stark auszuschaun'.
00:08:41: Aber ich merke ihn nur früher und kann dann darauf reagieren und kann sehen ah okay Heiko dein Muster bleib ehrlich, bleib authentisch, bleibe echt!
00:08:51: Das ist der Unterschied.
00:08:52: das ist nicht weg aber ich merk es dass der Unterschied.
00:08:56: Wann haben Sie das letzte mal gezeigt?
00:08:59: Zugegeben da sie etwas nicht wissen oder nicht können Wie kommt man daran?
00:09:08: Klein anfangen, ne.
00:09:10: Nicht mit der größten Runde nicht mit der schwierigsten Entscheidung, nicht den wichtigsten Piers.
00:09:17: Einmal sagen dem Kunden gegenüber ja das weiß ich noch nicht Ich meld mich Mal gucken wie sich das anfühlt.
00:09:25: Ja bei einer Entscheidung benennen was daran unangenehm ist Ja auch mir fällt es schwer Auch ich finde die Entscheidungen aber sie muss getroffen werden.
00:09:37: Wichtig ist, den Zustand zu benennen.
00:09:39: Ist was anderes als sich auszuschütten?
00:09:42: Ja es geht jetzt nicht darum in die weinerliche Opfer und ich musste und ich täte und ich hätte.
00:09:46: Darum geht's gar nicht sondern es geht drum zu sagen Ich muss es entscheiden auch wenn ich mich unwohl fühle.
00:09:51: Und vielleicht der wichtigste Punkt um In diesen Modus zu kommen ist ein Menschen zu haben außerhalb der Organisation Außerhalb der Firma außerhalb de Abteilung dem gegenüber Ich nichts halten muss, dem gegenüber ich meine Fassade nicht aufrecht erhalten muss.
00:10:12: Jan Mentor die eigene Frau ein guter Freund!
00:10:18: Ich habe meine Männer Runde dafür.
00:10:21: Was können Sie mitnehmen?
00:10:25: Wichtig ist glaube ich diese Erkenntnis Die Angst gilt nicht der Schwäche sondern die Angst gilt dem Aussehen ja dem Anschein das man schwäche zeigt.
00:10:36: Wer das allerdings nicht zeigt, zahlt einen hohen Preis.
00:10:41: Denn sie führen mit weniger Informationen als die anderen.
00:10:44: Die Probleme kommen später auf den Tisch sind dann schon oft viel größer und keiner kann sich unterstützen weil es keiner weiß.
00:10:53: Gefühle dosiert zu zeigen erhöht die Wirkung.
00:10:57: Senkt Sie nicht.
00:10:58: im Gegenteil ist erhöht diese Wirkungen.
00:11:01: Wovon glauben Sie?
00:11:02: dass er sie schwach aussehen lässt?
00:11:07: Und wen kostet es mehr, dass sie es für sich behalten?
00:11:11: Sie selbst oder die Menschen, die sie führen.
00:11:16: Vielen Dank fürs Zusehen und zuhören!
00:11:20: Wenn Ihnen der Podcast, wenn Ihnen die Folge gefallen hat, abonnieren Sie den Podcast, drücken Sie die Glocke, geben Sie uns fünf Sterne bei Apple oder Spotify – das hilft mir sehr.
00:11:31: Vielleicht teilen Sie die Folge mit einem Mann mit einer Führungskraft, für die das relevant sein könnte….
00:11:39: In zwei Wochen will ich über Burnout reden, über Burn-Out mit Krawatte.
00:11:46: Über meinen eigenen Zusammenbruch und was ich daraus gelernt habe und was andere v.a.
00:11:51: auch daraus lernen können.
00:11:55: Machen Sie es gut!
00:11:56: Und machen Sie es ehrlich!
00:12:02: Tschüss!
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