Das Ende des Müssens - Warum Männer nicht zur Ruhe kommen selbst wenn keiner mehr etwas von ihnen verlangt (#22)
Shownotes
🎧 'Natural Great Peace' by Sogyal Rinpoche: https://www.youtube.com/watch?v=fkvxRZPWU5s&list=RDfkvxRZPWU5s&start_radio=1
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Transkript anzeigen
00:00:00: Viele Männer höre ich sagen, ich muss gar nichts mehr.
00:00:03: Ich muss nichts beweisen, ich muss nichts mehr machen.
00:00:06: Manche haben sogar das Privileg zu sagen, ich muss nicht mehr arbeiten.
00:00:10: Und doch sind sie getrieben und hetzen von Meeting zu Meeting, hetzen von Ziel zu Ziel.
00:00:16: Und ich selber bin allergisch auf das Wort müssen.
00:00:19: Also sagt zum Heiko nie, du musst das und das und das.
00:00:22: Da gehen bei mir sofort alle Lampen an.
00:00:24: Und das Paradoxe ist, ich war doch ... getrieben, über Jahre getrieben von diesem innerlichen Müssen.
00:00:31: Ja, immer besser, immer mehr, immer schneller, immer weiter, immer weiter, immer weiter.
00:00:38: Geendet ist das in der Burnout-Klinik.
00:00:41: Wie ich da wieder rausgekommen bin, mehr dazu in dieser Folge.
00:00:45: Männer in Balance.
00:00:46: Das Ende des Müssens.
00:00:48: Warum Männer nicht zur Ruhe kommen?
00:00:51: Selbst wenn keiner mehr etwas von ihnen verlangt.
00:00:54: Herzlich willkommen zu meinem Podcast Männer in Balance.
00:00:58: Ich bin Heiko von Eckhardt und wie die meisten von euch wissen, ich bin Unternehmer, ich bin Berater, ich bin Coach und ich arbeite vor allem auch mit erfolgreichen Männern.
00:01:11: Und viele dieser Männer in der zweiten Lebenshälfte erzählen mir, dass der Druck von außen eigentlich abnimmt.
00:01:19: Sie müssen nicht mehr arbeiten, sie müssen niemanden mehr etwas beweisen.
00:01:24: Sie müssen vielleicht auch gar keine Karriere mehr machen, weil irgendwann ist auch mal gut.
00:01:29: Und doch ist dieser innere Druck, der bleibt.
00:01:33: Und auf der anderen Seite gibt es dann eine tiefe Sehnsucht nach Ruhe, nach inneren Frieden, nenne ich es mal sogar.
00:01:43: Und ich selbst kenne beides, ich kenne Beides sehr gut und um beide Aspekte soll es heute gehen.
00:01:51: Ich höre in meinen Männercoachings oft.
00:01:54: Eigentlich könnte ich ruhiger machen, aber irgendwie kann ich nicht abschalten.
00:02:00: Eigentlich könnte ich mal ein bisschen Piano machen, aber irgendwie muss ich dann doch das noch und das noch.
00:02:09: Das ist gar nicht eine Frage von Disziplin oder Selbstorganisation oder noch mehr Selbstoptimierung, sondern ich glaube, das ist eigentlich einfach nur ein inneres Programm, das uns, das euch da antreibt, dass wir jahrelang trainiert haben.
00:02:26: Wir haben alle schon tausendmal uns sagen können, ich muss nur schnell noch und dann mache ich das und dann.
00:02:31: Und ich muss das noch schnell, ich muss das noch schnell, ich muss das noch schnell.
00:02:34: Das ist der Rhythmus, der uns antreibt.
00:02:37: Das ist der Rhythmus, den wir uns... antrainiert haben in den letzten Jahren und wenn man mal ehrlich sind in den letzten Jahrzehnten und wenn man genau hinschaut, dann ist das ein altes Echo.
00:02:50: Ein altes Echo auf die Angst, nicht genug zu sein, auf die Angst, ich muss es noch, ich kann es nicht beweisen, auf die Angst, ich werde nicht geliebt, wenn ich nicht das und das und das mache und das und das und das mache.
00:03:07: die Angst nicht perfekt zu sein, abgelehnt zu werden.
00:03:16: Ich kenne einige, eher viele, eigentlich viel zu viele, die haben genau dieses Spiel gespielt bis zum Burnout oder kurz davor.
00:03:29: Ich auch, die meisten wissen es, ich war sechs Wochen in der Klinik vor nur mehr gut sechs Jahren.
00:03:38: Davor war ich erfolgreich, ich war sichtbar, ich hatte geile Projekte und eigentlich hätte ich ruhiger machen können, aber ich war ein innerlich Getriebener.
00:03:48: Und selbst im Urlaub kam ich nicht zur Ruhe, ich bin nicht runtergekommen.
00:03:52: Also ich habe keine Mails oder so beantwortet, natürlich nicht, das macht man ja nicht.
00:03:56: Und als erfolgreiche Führungskraften, Vorbild und sowieso nicht.
00:04:00: Aber ich habe auch im Urlaub nie das geschafft, was ich mir mitgenommen hatte.
00:04:04: Also ich habe mir keine Arbeit mitgenommen, aber ... Ich hatte halt ein Strategiepapier dabei, ich hatte ein Fachbuch dabei, das ich schon immer mal lesen wollte, oder meistens zwei, drei.
00:04:14: Und das habe ich dann irgendwie nicht geschafft zu lesen.
00:04:17: Ich weiß noch, ich habe meiner Frau zu ihrem fünftigsten Geburtstag einen Urlaub auf den Malediven geschenkt und in den Malediven saß ich dann in unserer Hütte da über dem Wasser und habe die Korrektur fahren in meines Buches.
00:04:33: Korrektur gelesen, weil das musste irgendwie abgegeben und da hatte ich ja Zeit, mich um die Dinge zu kümmern.
00:04:41: Und wie gesagt, ich bin dann irgendwann in der Klinik aufgewacht und habe mich gefragt, wozu mache ich das eigentlich alles?
00:04:50: Ja, also wozu dieser Druck, dieser Hektik, dieser Rhythmus, dieses weiter, weiter, immer weiter.
00:04:59: Und das Schlimmste?
00:05:00: Ich hatte keine Ahnung.
00:05:04: Ich hatte keine Ahnung.
00:05:07: Da war einfach Leere.
00:05:10: Ich habe durch dieses Funktionieren über Jahre, durch dieses Machen den Kontakt zu mir verloren.
00:05:18: Ich wusste nicht, was mir gut tut.
00:05:21: Ich habe mich nicht mehr gespürt.
00:05:24: Ich konnte nicht mehr sagen, was ich wirklich will.
00:05:30: Ich hatte keine Ahnung.
00:05:33: Und das war das Schlimmste.
00:05:35: Zwei schlimmste dann.
00:05:36: Ich wusste gar nicht mehr wofür.
00:05:38: Und da war noch was.
00:05:42: Da war dieses Sehnsucht nach innerer Ruhe, nach innerem Frieden.
00:05:50: Und ich höre das von Männern in meiner Altersklasse oft.
00:05:54: Da ist dieses Sehnsucht nach Ruhe.
00:05:58: Ich höre oft in meinen Coachings.
00:06:00: Ich will einfach Ruhe.
00:06:02: Ich will einfach meine Ruhe.
00:06:04: Und Ich glaub, wir hatten das auch in einer der Folgen mit Martin, dass wir da viel über diese Ruhe gesprochen haben, dass die Leute sagen, die raus wollen aus ihrem Job, dass die sagen, hey, ich brauch mal meine Ruhe.
00:06:17: Aber irgendwie kommen wir gar nicht zur Ruhe.
00:06:19: Da ist dieses Sehnsucht.
00:06:22: Das hat ja gar nix mit Faulheit oder so zu tun und mit nix mehr tun wollen, sondern es hat einfach mit dieser Sehnsucht nach Frieden zu tun.
00:06:31: Kein Getriebener mehr zu sein.
00:06:33: Es ist mal genug.
00:06:35: Es ist genug.
00:06:38: Und ich hab da mal diesen Satz gehört, ich kann aber irgendwie nicht abschalten.
00:06:45: Abschalten bekommt da noch eine ganz andere Dimension.
00:06:50: Oder eine ganz andere Bedeutung in diesem Moment.
00:06:53: Da ist die Depression schon recht nah.
00:06:57: Denn abschalten heißt abschalten.
00:07:02: Und ich weiß, ich hab mich viel ... Mit diesem Lied, oder es ist, glaube ich, ein alter buddhistischer Poem oder so, getröstet, müsste man auf YouTube suchen beziehungsweise, ich verlinke es euch auch hier in den Show Notes.
00:07:18: Rest in Natural Peace.
00:07:21: Das drückt für mich diese Sehnsucht aus, diese Sehnsucht nach Ruhe.
00:07:28: Rest in Natural Peace.
00:07:32: Und jetzt stellt sich die Frage, Wie komme ich da raus?
00:07:36: Wie kommst du da raus?
00:07:38: Wie kommt man da raus?
00:07:41: Und der erste Schritt ist immer brutale Ehrlichkeit.
00:07:47: Zuzugeben, dass das nichts mit äußeren Umständen zu tun hat oder gar irgendein Zwang von außen ist, sondern dass das ein inneres Muster ist.
00:07:56: Ein innerer Antrieb, der uns treibt.
00:08:01: dann gilt es im zweiten Schritt mal diese Frage zu stellen, was passiert eigentlich, wenn ich mal wirklich nichts tue, wenn ich abschalte?
00:08:12: und wenn ich diese Frage stelle, dann entsteht fast immer auf der anderen Seite eine große Unruhe, ja eine Angst, nicht mehr gebraucht zu werden, nicht mehr wichtig zu sein, tot zu sein, ja.
00:08:26: Da entsteht oft auch eine Traurigkeit, weil man merkt, wie sehr man sich über dieses Funktionieren definiert hat.
00:08:32: Viele Jahre und auch heute oft noch erwische ich mich bei diesem Gedanken, dass ich bin nur was wert, wenn ich was gebe, wenn ich diesen Planeten was zurückgebe.
00:08:41: Nur dann bin ich was wert.
00:08:43: Und diese Gedanken, diese Angst, diese Traurigkeit mal auszuhalten und zuhalten.
00:08:54: Sie nicht wegzudrücken, sondern sie zu erleben, sie zuzulassen.
00:09:02: Dann entsteht darunter diese Ruhe, nach der wir uns so sehen.
00:09:08: Dann entsteht darunter diese Stille, diese Präsenz.
00:09:17: Wie Martin das beschrieben hat vor vier Wochen da im Jakobsweg, wo er sagt, so in der zweiten, dritten Woche gehen entsteht dann diese Stille, weil alle Gedanken sind gedacht.
00:09:27: Wenn ihr diese Angst, wenn ihr diese Traurigkeit zulasst, dann braucht es keine drei Wochen Jakobsweg, sondern dann braucht es vielleicht dreizehn Minuten Angst zu lassen.
00:09:45: Und dann darunter liegt diese Stille, darunter liegt diese Ruhe und darunter liegt das Vertrauen, das Vertrauen in Gott, das Vertrauen in die Welt.
00:10:00: Das Vertrauen in die Liebe, also je nachdem, woran du glaubst.
00:10:05: Und ich erlebte es in meinen Männer-Council-Runden immer wieder, wenn wir uns mit diesen Themen beschäftigen und mal auch zur Ruhe kommen und mal die Ruhe einladen und die Ängste einladen und all diese Emotionen einladen, dann wird es oft erst mal still.
00:10:26: Dann kommt interessanterweise so eine Müdigkeit, ja, dieses, ich mag nicht mehr, ich kann nicht mehr.
00:10:32: Dann kommt eine Traurigkeit, weil das was versäumt wurde, weil das was getan wurde, nicht getan wurde.
00:10:41: Und dann kommt Frieden.
00:10:43: Fast immer kommt Frieden.
00:10:46: Willkommen im Leben.
00:10:48: Willkommen zurück im Leben.
00:10:52: Bin auch du dich ständig antreibst, obwohl du eigentlich längst nichts mehr müsstest.
00:10:59: Und sieh mal mal ganz ehrlich, was muss man eigentlich schon?
00:11:04: dann spür hin und vielleicht ist deine Sehnsucht nach Ruhe gar keine Schwäche, sondern ein Wegruf.
00:11:14: Und wenn etwas in dir sagt, ich will Frieden, ich will Ruhe, dann hör auf gegen diese Stille anzukämpfen.
00:11:27: Lass sie da sein.
00:11:30: Lass sie ganz da sein.
00:11:33: Und vielleicht fragst du dich jetzt, Wann warst du denn das letzte Mal ruhig?
00:11:42: Wann warst du denn im Frieden?
00:11:46: Wann warst du das letzte Mal ganz bei dir?
00:11:51: Und vielleicht ist das ja das eigentliche Ziel im Leben, nicht zu leisten, sondern zu leben.
00:12:01: Ganz zu leben.
00:12:03: Mit Freude zu leben.
00:12:06: In Ruhe zu leben.
00:12:08: Die Dinge zu tun.
00:12:09: und die zu lassen, die du für richtig hältst.
00:12:14: Und wenn du bis hierhin dabei warst, dann herzlichen Dank fürs Zuhören.
00:12:20: Und du weißt, ich freue mich selber fünf Sterne in der Podcast-App, einen Like bei YouTube oder gar einen Kommentar unter dem Video oder unter dem Podcast.
00:12:33: Den Podcast gibt es jetzt seit knapp einem Jahr und da zählt immer noch jedes Like doppelt.
00:12:40: Vielen Dank für deine Unterstützung.
00:12:44: Wir sehen oder hören uns dann wieder in zwei Wochen.
00:12:48: Dann wieder zu zweit.
00:12:49: Ich werde wieder ein Gast hier im Studio haben.
00:12:52: Chris Lorenz wird bei mir sein.
00:12:54: Das haben wir schon ausgemacht.
00:12:56: Chris Lorenz ist der Leiter und Gründer von Schamans Tree.
00:13:00: Da erkennen wir uns und Chris ist ein ganz feiner Mensch.
00:13:06: Und ihr könnt euch wirklich auf ihn freuen.
00:13:08: Ganz zarter Mann mit viel Erfahrung in der Männerarbeit, mit harter, taffer Männerarbeit.
00:13:17: Er arbeitet viel mit Älteren, aber vor allem auch mit viel mit jungen Männern.
00:13:22: Und ich bin sehr gespannt auf unser Gespräch.
00:13:24: Ich freue mich sehr auf dieses Gespräch, weil ich weiß, dass Chris viel zu sagen hat.
00:13:30: Und ich freue mich.
00:13:32: Wenn auch du wieder dabei bist, wir sehen uns in zwei Wochen.
00:13:37: Bleib in Balance.
00:13:38: Männer in Balance.
00:13:40: Liken,
00:13:40: kommentieren und abonnieren.
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