Wenn Nähe Angst macht - Warum Männer sich zuruükziehen wenn es eigentlich gut läuft (#21)
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:00: Viele Männer sehnen sich nach Nähe und wenn sie sie dann haben können, ziehen sie sich zurück oder machen zu.
00:00:09: Wir wollen mehr Beziehung, mehr Intimität, mehr Sexualität und wenn wir sie dann haben könnten, ja, dann laufen wir davon oder machen zu, innerlich zu.
00:00:24: Warum machen wir Männer das?
00:00:26: Darum geht es in dieser Folge heute.
00:00:37: Herzlich willkommen in meinem Podcast Männer in Balance.
00:00:41: Ich bin Heiko, ich bin Berater, ich bin Verhandlungscoach und ich bin vor allem auch Männercoach.
00:00:47: Und in meinen Männercoachings mit den erfolgreichen Männern, mit denen ich arbeite, werde ich oft konfrontiert mit diesem Thema, um das es mir heute gehen mag.
00:00:57: der wünscht die Sehnsucht nach Nähe auf der einen Seite und die Angst vor Nähe auf der anderen Seite.
00:01:05: Mir begegnet oft dieses Phänomen, dass Männer vor mir sitzen, die eine große Sehnsucht haben nach Intimität, nach Nähe, nach mehr Sexualität, nach mehr Verbindung mit ihrer Frau oder ihrer Partnerin, ihrer Beziehung.
00:01:20: und auf der anderen Seite, wenn dann die Nähe entsteht, wenn die Beziehung eng wird, Dann machen sie zu oder sie laufen davon.
00:01:30: Und darum geht es mir heute.
00:01:32: Und deswegen, ich will euch ein paar Beispiele geben.
00:01:35: und dann müssen wir mal über Gefühle reden.
00:01:38: Und dann ist so die Frage, wie kommt man da rein?
00:01:41: oder wie kommt man raus aus diesen Mustern?
00:01:43: Also rein in die Beziehung raus aus den Mustern.
00:01:47: Ich habe selbst lange gebraucht, um zu verstehen, warum mir Nähe Angst macht.
00:01:54: Da ist auf der einen Seite Die Angst vor Kontrollverlust.
00:01:58: Als Führungskraft, als Berater, als Trainer vor der Gruppe bin ich immer in Kontrolle.
00:02:04: Da hab ich die Fäden in der Hand.
00:02:06: Da bestimme ich, wo's lang geht.
00:02:07: Ich bin im Friver-Seat.
00:02:10: Aber wenn es um Nähe geht, dann heißt es ja doch auch immer, ein Stück weit auf diese Kontrolle zu verzichten.
00:02:17: Intimität zuzulassen, Nähe zuzulassen.
00:02:23: Und vielleicht ... fällt dann die Maske.
00:02:26: Was dann?
00:02:27: Vielleicht entstehen Gefühle, die ich doch eigentlich gar nicht zeigen will, weil sie nicht zu meinem Bild gehören, dass ich mir gerne mache oder dass ich gerne bei anderen mache, dass ich gerne vermitle.
00:02:43: Und deswegen war bei mir viele Jahre die Reaktion, oh, wenn näher entsteht Schwups, dann mach ich zu.
00:02:51: Oder wenn näher entsteht, oh, dann ergreif ich.
00:02:55: lieber die Flucht.
00:02:56: Aber Nähe entzieht sich der Kontrolle.
00:03:00: Nähe bedeutet verletzlich zu sein, Schwäche zu zeigen.
00:03:05: Ich hatte das nie gelernt.
00:03:07: Also bei mir zu Hause war Nähe nicht angesagt, Schwäche schon gleich gar nicht.
00:03:11: Mein Vater war nie schwach, der hat nie geweint, der war laut.
00:03:16: Also ich weiß, dass das seine Art war mit Schwäche umzugehen.
00:03:19: Das weiß ich heute.
00:03:20: Aber als Kind, mein Vater war nicht schwach, mein Vater war immer stark, war immer diszipliniert, was gemacht werden muss, muss gemacht werden.
00:03:28: Also hab auch ich's nie gelernt, Schwäche zu zeigen, Nähe zuzulassen, ja, Verbindung zuzulassen.
00:03:38: Und wozu hat das geführt?
00:03:41: Ich war allein.
00:03:42: Also ja, ich war verheiratet.
00:03:44: Ich hatte Freunde, ich hatte Kollegen, ja, in der Firma und so weiter.
00:03:48: Aber innerlich ... war ich allein.
00:03:52: Und da gibt es einen Moment in meinem Leben, also die Trennung von meiner ersten Frau.
00:03:59: Jetzt muss man fairerweise sagen, meine erste Frau hat mich verlassen.
00:04:03: Also ich kam eines Abends nach Hause und sie war weg.
00:04:08: Also es war so eine kitschige Geschichte, also in Hollywood würde man es nicht drehen, weil man sagen würde, es ist zu kitschig.
00:04:13: Ja, ich kam nach Hause, wir hatten damals eine Doppelhaushälfte gemietet in Ulm.
00:04:18: Ich kam spätabends, wie das damals häufig war, nach Hause von der Arbeit.
00:04:25: Und irgendwas war komisch, das spürte ich schon.
00:04:29: Und dann bin ich reingegangen und wir hatten so einen großen Ess-Tisch.
00:04:33: Und auf diesem Ess-Tisch lag der Hausschlüssel.
00:04:36: Dort lag die Kreditkarte.
00:04:39: Es lag ein Abschiedsbrief.
00:04:41: Und es lag eine getrocknete Rose aus dem Brautschlaus.
00:04:44: Das war das Paket.
00:04:47: Das darf ein Tisch schlagen.
00:04:49: Und das hat mich erst mal aus den Schuhen geworfen, natürlich.
00:04:55: Und dann habe ich irgendwie gemerkt, ich musste da jetzt irgendwie weg.
00:04:59: Ja, ich musste da jetzt raus aus dem Haus und ich hatte keine Ahnung, wo ich hin soll.
00:05:05: Unsere Ulmerfreunde waren alle von Steffi, die waren alle über Steffi, da konnte ich irgendwo nirgends hingehen.
00:05:13: In Würzburg, wo ich aufgewachsen bin, da hatte ich keine engen Freunde, die ich anrufen konnte.
00:05:19: Meine Eltern, das war vollkommen undenkbar.
00:05:22: Und wirklich guten Freund, zu dem ich hätte gehen können, hatte ich nicht.
00:05:27: Ich war allein.
00:05:28: Ganz allein.
00:05:31: Ich hab dann einen Kollegen angerufen.
00:05:32: Ich wusste, wenn ich zu Robert fahre, der lässt mich in Ruhe.
00:05:36: Da kann ich zwei, drei Tage im Gästezimmer sein und zu bringen.
00:05:40: vor mich hinholen oder meine Ruhe haben.
00:05:43: Aber ich hatte keinen mit dem ich reden konnte.
00:05:48: Und das hat mich sehr geprägt oder damals vor allem auch sehr zu denken gegeben.
00:05:56: Und ich habe mir geschworen, das passiert mich nicht nochmal.
00:06:00: Ich überlasse die sozialen Kontakte nicht meiner Frau und ich überlasse die Nähe nicht meiner Frau.
00:06:07: Und ihr wisst heute arbeite ich viel mit erfolgreichen Männern.
00:06:11: und erlebe dieses Muster bei denen ganz genauso.
00:06:15: Ich nehme Markus, erfolgreiche Führungskraft, ja, zum zweiten Mal verheiratet zwei Kinder.
00:06:24: Und der wünscht sich nichts mehr als Nähe und mehr Intimität, aber vor allem eine nähere Beziehung zu seiner Frau, zu seiner zweiten Frau.
00:06:37: Und weil die Erste war, er ist ja schon daran gescheitert.
00:06:41: Und irgendwie im Coaching wird dann irgendwie klar, aber immer wenn die Frau eben Angebote macht, immer wenn sie Nähe zulassen würde, wenn sie Nähe möchte, dann macht er zu.
00:06:53: Dann übernimmt die Angst, ja?
00:06:55: Die Angst, die Kontrolle zu verlieren, die Angst, die Maske zu verlieren, die Angst, Erwartungen nicht erfüllen zu können, ja?
00:07:04: Die Angst, vielleicht sie zu enttäuschen und dann gar zu verlieren.
00:07:09: Also macht er lieber zu, lieber keinen Fehler.
00:07:12: Lieber die Maske aufbehalten.
00:07:15: Und ich glaube, das ist typisch für uns Männer.
00:07:19: Es ist ein durchaus typisches Männermuster, weil wir näher häufig eben mit Kontrollverlust verbinden und dieses Risiko wollen wir nicht eingehen.
00:07:30: Wir könnten ja was verlieren.
00:07:32: Wir könnten mein Bild, meine Männlichkeit, meine Maske verlieren.
00:07:36: Ich könnte meine Stärke verlieren.
00:07:38: Ich könnte vielleicht gar heulen.
00:07:40: Was ist das da für ein Bild?
00:07:43: Aber am Ende verlieren wir halt auch die Zuneigung.
00:07:45: Ich könnte auch die Zuneigung verlieren, wenn ich nicht mehr die Erwartungen erfülle.
00:07:49: Wenn ich nicht mehr der starke Mann bin, der sie beschützt.
00:07:52: All diese Ängste, die plötzlich hochkommen und die dann dazu führen, dass wir zumachen, dass wir stoppsagen, dass wir vielleicht sogar erst recht auf Distanz gehen.
00:08:08: Und die Frage ist, wie kommen wir da raus?
00:08:11: Jetzt wird es total spannend.
00:08:12: Wir hatten das vor zwei Wochen in dem Termin mit Martin, also Martin hier saß, hatten wir das Thema, dass wenn Angst da ist, dass es darum geht, sie einzuladen.
00:08:23: Und das ist meine Erfahrung.
00:08:25: Das ist das, was ich in den Coachings immer wieder ... verwende, was ich mit meinen Klienten mache, ja, zu sagen, okay, gut, da ist die Angst, ich erkenne sie und dann lade ich sie ein.
00:08:40: Und dann darf sie mal da sein.
00:08:42: Und allein, dass sie da sein darf, das ändert alles.
00:08:48: Ja, sie wird mal nicht weggedrückt und weggepackt und schön, ja, unterm Deckel gehalten, sondern ganz im Gegenteil.
00:08:56: Sie darf mal da sein, sie darf mal Raum nehmen.
00:09:00: Und dann haben wir im eins zu eins oder noch viel spannender in der Männerrunde Momente, wo ich mal zugeben kann, wo der Klient mal zugeben kann, hey, ich hab Schiss, ich hab Angst davor.
00:09:16: Und wenn das ausgesprochen wird, löst sich häufig viel schon mal was, weil die Angst zum ersten Mal irgendwie gesehen wird, weil sie das Gefühl hat, hey, ich darf da sein.
00:09:28: und gerade unter, in dem Council und unter Männern sind es oft starke Momente, wenn wir erkennen, hey, Schwäche zuzugeben ist gar keine Schwäche.
00:09:43: Schwäche zuzugeben ist Stärke, ja, weil da kommt Anerkennung aus der Runde, da kommt Bestätigung, da kommt auch Mitgefühl und da kommt vor allem häufig ein, hey, das kenne ich auch.
00:09:58: Und das zu erleben ist für mich immer wieder magisch, ist für mich immer wieder schön und es ist für die Männer in der Runde und für den Mann, der sich öffnet, der sich traut, der zu seiner Angst steht und sie zeigt, für den ist das ein echter Game Changer.
00:10:18: Und der nächste Schritt ist dann das Zuhause mit der Frau sozusagen auch zuzulassen, ja, die Nähe zuzulassen.
00:10:27: und die Angst, dann darf beides da sein.
00:10:32: Und ich darf mich vielleicht auch fallen lassen in die Arme meiner Frau, in die Arme dieser Person.
00:10:43: Ich darf Schwäche zeigen und sehen wir mal ganz ehrlich, was gibt es denn Schöneres, als sich fallen zu lassen in die Arme der Frau, die ich liebe.
00:10:57: ohne Maske, ganz echt, ohne Erwartungen erfüllen zu müssen, zu wollen, sondern so wie ich gerade sein will.
00:11:09: Und das ist die Übung quasi, die ich euch mitgeben will.
00:11:15: Macht nichts mit der Angst, wenn sie da ist.
00:11:18: Lasst sie da sein.
00:11:21: Ladet sie ein.
00:11:24: Schaut sie euch an.
00:11:27: Und ihr werdet sehen, Irgendwann löst sie sich auf, ist integriert, verschwindet.
00:11:36: Und dann ist da nur noch Wärme, da ist Liebe, da ist Freude.
00:11:44: Und wenn die Angst da sein darf, wenn die Emotions muss ja nicht immer Angst sein, aber meistens ist das was da sein darf, dann ändert das Beziehungen radikal.
00:11:55: Wenn wir nichts mehr damit tun, wenn wir nichts mehr tun, weil wir das und das erreichen wollen, sondern wenn wir einfach nur da sind, mit den Emotionen, mit den Gefühlen, die gerade da sind.
00:12:09: Und nochmal, weil es einfach so warm macht ums Herz, was gibt es Schöneres als schwach zu sein als Mann und sich in die Arme der Frau fallen zu lassen, die man lebt?
00:12:21: Was gibt es Schöneres als... Intimität zu haben zwischen zwei echten Menschen ohne Maske, in Nähe, in der Verletzlichkeit, ohne die Kontrolle über mein Bild, mein Maske, meine Erwartungen, ihre Erwartungen, ihre Wünsche, Anforderungen und sonstiges, sondern einfach nur da zu sein, nah zu sein.
00:12:48: Wie sind deine Erfahrungen mit Nähe?
00:12:52: Wie gehst du?
00:12:53: damit um.
00:12:55: Bleibst du da?
00:12:57: Bleibst du offen?
00:12:58: Oder machst du zu?
00:12:59: Oder läufst du weg?
00:13:02: Schreibt mir gerne deine Erfahrungen in die Kommentare oder schicke mir auch eine persönliche Nachricht, wenn dir das lieber ist.
00:13:11: Natürlich gerne.
00:13:13: Ich freue mich natürlich nicht nur über Kommentare, ich freue mich auch über Likes und in diesem Podcast über fünf Sterne in der Podcast App oder was auch immer.
00:13:23: ihr Gutes tun könnt, um diesen Podcast weiter zu empfehlen.
00:13:26: Ihr wisst ja, dem Podcast gibt es jetzt zwar schon fast ein Jahr, aber irgendwie stehe ich doch immer noch am Anfang und da ist jedes Like und jede Unterstützung herzlich willkommen.
00:13:37: Vielen Dank dafür.
00:13:40: Wenn du dich in diesen Geschichten wiedererkennst, wenn auch dir Nähe, Angst macht, dann heißt es noch lange nicht, dass du beziehungsunfähig bist, sondern dann heißt es einfach nur, dass das Muster ist, das dir lange gute Dienste geleistet hat, um dich zu schützen.
00:13:58: Denn vielleicht bedeutet verletzlich zu sein, halt auch, dass du verletzt wurdest.
00:14:06: Und da war dieses Muster wichtig, dich zu schützen.
00:14:12: Aber jetzt bist du erwachsen.
00:14:15: Jetzt musst du nicht mehr nur funktionieren, sondern du darfst auch echt sein.
00:14:20: Und jetzt geht es darum, da zu sein, da zu bleiben und mit deinen Gefühlen und deinen Emotionen umzugehen.
00:14:30: Denn dieses alte Muster verhindert heute das, was du dir am meisten wünscht.
00:14:37: Und das ist das, was ich immer wieder erlebe.
00:14:39: Das, was wir uns am meisten wünschen, da haben wir häufig die größte Angst dahinter.
00:14:44: Und wenn du dir Nähe wünschst, wenn du dir Verbindungen wünschst, wenn du dir wünschst, dich fallen lassen zu können, wenn du dir enge, tiefe Beziehungen zu Freunden, zu deiner Frau oder zu wem auch immer wünschst, dann schau dir deine Angst an, lass sie da sein, lade sie ein und erlebe diese Nähe, diese Verbindungen, diese Intimität, die dann entsteht.
00:15:14: Lass die Kontrolle los und gib dich hin.
00:15:18: Der Frau, die du liebst oder der Liebe an sich oder dem Leben.
00:15:26: Stärke, Liebe zeigt sich nicht im Rückzug, sondern zeigt sich ganz klar, in dem Mut, präsent zu sein, präsent zu bleiben, auch wenn es eng wird.
00:15:41: Vielleicht erkennst du dich in dieser Folge wieder.
00:15:45: Dann frag dich doch mal, warum ziehst du dich zurück, wenn Nähe entsteht?
00:15:51: Warum machst du zu, wenn du eigentlich Nähe willst?
00:15:57: Und was wäre, wenn du einfach bleibst?
00:16:01: Vielen Dank, dass du bis hierhin dran geblieben bist.
00:16:05: Wir hören uns dann in zwei Wochen wieder und dann geht es eher um das Thema das Ende des Müssen, also um dieses Jawohl, ich muss, ich kann.
00:16:15: Ich werde.
00:16:16: Ich will.
00:16:17: Und warum Männer mit diesem Muster nicht zur Ruhe kommen?
00:16:22: Ich freue mich schon, wenn du in zwei Wochen wieder dabei bist.
00:16:25: Bis dahin.
00:16:26: Bleib in Balance.
00:16:28: Ciao.
00:16:28: Männer in Balance.
00:16:30: Liken, kommentieren und abonnieren.
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