Vom CFO zum Jakobsweg - Ein Männerweg raus aus dem Funktionieren (#19)
Shownotes
📖 zum Buch von Martin Frederik Garbers: https://martin-frederik-garbers.com/book/
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Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn du das Gefühl hast, du bist in dem Job, in dem du gerade bist, nicht mehr richtig, dann habe ich einen Gast diesmal im Podcast, der sich auf den Weg gemacht hat und der dir genau das mitgeben möchte.
00:00:12: Nimm dir Zeit, nimm dir Ruhe, um dich neu zu orientieren.
00:00:24: Herzlich willkommen zu meinem Podcast Männer in Balance.
00:00:27: Ich bin Heiko von Eckhardt.
00:00:29: Ihr wisst, ich bin Berater, ich bin Unternehmer, war lange Vorstand.
00:00:33: Ich bin heute als Männercoach unterwegs und habe mir heute einen besonderen Gast eingeladen, der eine ganz ähnliche Geschichte hat.
00:00:40: Martin Frederick Garbers.
00:00:43: Vielleicht erzählst du selber dann mal ein bisschen was von deiner Geschichte, bevor ich jetzt mir hier alle Stichworte, die ich mir hernotiert habe, runterlese.
00:00:50: Ich mag
00:00:51: gerne Heiko, vielen Dank.
00:00:52: Ja, vielen Dank für die Einladung.
00:00:53: Mein Name ist Martin Frederick Garbers.
00:00:56: Ich war lange im Corporate unterwegs.
00:00:59: Ich war bei amerikanischen Heimplatteunternehmen und war da auch der European CFO und habe dann vor acht Jahren den Wechsel gemacht.
00:01:08: Bin damals freigestellt worden durch eine Acquisition Phase und habe den Jakobsweg gemacht.
00:01:14: Dieser Jakobsweg war dann so, die Zäsur ist Ende meines Corporate Science, sondern am Ende des Jakobswegs war dann für mich auch klar, ich gehe nicht zurück in diese Welt, sondern ich wage es, den Schritt in die Selbstständigkeit, um als Coach für Unternehmer und Führungskräfte mich selbstständig zu machen.
00:01:33: Und das jetzt acht Jahre her und ich bereue keinen einzigen Tag davon.
00:01:39: Geht mir ganz ähnlich.
00:01:40: Geht mir ganz ähnlich.
00:01:41: War der Weg die letzten acht Jahre lang einfach?
00:01:44: Nein, war es ganz bestimmt nicht.
00:01:46: Und gleichzeitig bin ich sehr dankbar, weil es für mich der Weg war, der mich hat unglaublich wachsen lassen.
00:01:52: Ich hab das dann in einem Buch zusammengefasst, irgendwann hab ich gesagt, jetzt muss ich das ganz normal schreiben, hab ich Anfang diesen Jahres, hab ich da mein Buch geschrieben, der Lied ist Camino.
00:02:00: Okay.
00:02:01: Vom Exit zur Expansion.
00:02:03: Und es geht im Wesentlichen um ... die Geschichte damals, wie ich rausgegangen bin, den Jakobsweg gegangen bin und die Erfahrung des Jakobswegs habe ich verwoben mit Coaching-Werkzeugen.
00:02:16: Ich habe im Rückblick gesagt, diese Aspekte finden sich auch im Coaching sehr viel wieder und habe dann dann in das Buch noch einige Geschichten von Klienten eingewoben.
00:02:27: und diese Transformationsreise damals Jakobsweg verbunden mit Werkzeugen aus dem Coaching und Geschichten von Klienten.
00:02:35: Okay, klingt super spannend, klingt nach Stoff für ganz viele Folgen.
00:02:40: Lass uns mal vorne anfangen.
00:02:42: Wenn du sagst, du warst in der Corporate Welt, ist jetzt so eine Weile her, vielleicht erinnerst du dich noch dran.
00:02:47: Da gab es einen Acquisition, die haben dich freigestellt.
00:02:51: Wie ging es dir in dem Moment?
00:02:53: Weil da wusstest du ja noch nicht, wo du heute sitzt und wo du heute stehst.
00:02:58: Also, vielleicht noch ein Stück zurück, ja?
00:03:00: Also, das ist jetzt gute zehn Jahre her.
00:03:04: vielleicht sogar mehr als die.
00:03:05: Da war ich Anfang vierzig und ich weiß noch an dem Geburtstag, ich habe momentan Anfang November Geburtstag, war ich auf und ich habe null Freude empfunden.
00:03:18: Ich war einfach müde, freudlos, draußen hat es geregnet und ich wollte einfach nicht aufstehen.
00:03:27: So ein schöner depressiver Novembertag.
00:03:30: Und es war mein Geburtstag und meine Frau, meine Kinder, die hatten sogar einen Kuchen gebacken und haben mich dann auch mal Frühstück damit begeistert, aber ich hab in mir selber keine Freude mehr gefunden.
00:03:45: Und das hat mich nachdenklich werden lassen, weil ich dachte, ich hab eigentlich immer ganz viel Lebensfreude, Optimismus.
00:03:51: Also meine Freunde würden sagen, hey, du bist immer der Schaum am Grad zum Überoptimismus.
00:03:58: So, und das hab ich damals nachdenklich gemacht.
00:04:01: Und das ... hat mich dann auch dahin gebracht, dass ich noch richtig unterwegs bin.
00:04:07: Ich war damals für einen ganzen Reorganisationsprozess im Unternehmen.
00:04:12: Wir haben einen ganzen Standort geschlossen in einem Land, das dann in München wieder aufgebaut und es war ein sehr mühsamer, sehr anstrengender Prozess und ich war eigentlich nur noch fremdbestimmt.
00:04:22: Mein Kalender war aber von oben bis unten durchgetaktet und ich war sehr gut darin, Dinge auch zu machen.
00:04:29: Getting things done.
00:04:31: Und es fühlte sich nach dem busy, busy, busy an.
00:04:36: Aber die damit verbundene Lebensfreude, die war weg.
00:04:40: Ich glaube, das geht ja, also ging mir so, geht vielen Männern so, die wir heute begleiten irgendwo an dem Punkt, wo man dann merkt, jetzt ist es einfach zu viel.
00:04:50: Und du hast gerade gesagt, müde.
00:04:51: Das ist das Wort, das ich eigentlich am häufigsten höre.
00:04:55: Und dann braucht es aber häufig ja irgendwas, oder?
00:04:58: So, dann war ich an dem Punkt, was mach ich denn jetzt?
00:05:01: Soll ich hier das Handtuch schmeißen?
00:05:02: Ich hatte natürlich auch, wie bei vielen amerikanischen Konzernen, hier dann goldene Handfesseln, Stockoptions und ähnliches.
00:05:08: Und ich hatte ja auch einen guten Stand und gut bezahlt, guten Titel, alle drum herum waren eigentlich, das wollte ich halt immer erreichen.
00:05:17: In meinem Buch nenne ich das den ersten Berg, also First Mountain, den ersten Gipfel.
00:05:21: Wie werde ich erfolgreich?
00:05:22: Ich hab also immer nach Textbuch, wie werde ich erfolgreich gemacht?
00:05:26: und war auf diesem ersten Gipfel.
00:05:27: Aber ich selber war alles andere als happy damit.
00:05:31: Also mein gutes Geld, gut verdient, Firmenauto, viele Reisen.
00:05:37: Also alles, was so von außen nach Status.
00:05:40: Und ich hatte jetzt keinen Senator, aber ich hatte ... oder Honnstatus, weil ich ... Wir hatten so günstige Polices.
00:05:46: Ich musste immer Holzklasse nach Asien fliegen oder nach USA, weil ... war ja sparsam.
00:05:54: Man spaß immer CFO, damals wahrscheinlich.
00:05:56: Ja.
00:05:57: Gebt's
00:05:57: zu.
00:05:58: Ich war auch CFO, und da gab's einen Teil in dem Beruf, in meiner Rolle, der mich sehr gemocht.
00:06:02: Das war mal so diese ... Umgestaltung und was Neues zu kreieren.
00:06:08: Aber dieser ... klassische ... ich sag mal ... Absenzeller-Teil.
00:06:13: Ja, also das alles ins richtige Kästchen und abgehakt und auf der Nachkommenstelle korrekt und ... dann auch noch compliant und abgestempelt und immer zum richtigen Datum und Zeitpunkt fertig.
00:06:24: Das war überhaupt nicht meins.
00:06:27: Und dann kam dieser Tag, wo wir Leadership-Event hatten und waren abends in der Pizzeria.
00:06:35: Plötzlich holte einer sein Handy raus.
00:06:38: Hier, über ein Ticker.
00:06:39: Die Firma wird gekauft.
00:06:40: Es gibt einen Übernahme-Angewohnt.
00:06:41: Andere On-Semiconductor kauft Fertschild-Semiconductor.
00:06:46: Das war natürlich die Meldung.
00:06:48: An dem Moment war natürlich alles ... Fokus, was heißt das?
00:06:52: Und große Unruhe.
00:06:55: Und ich war erstaunt, weil so nach knapp sechzig Sekunden vielleicht zwei, sieh Minuten in mir selber so dieses Gefühl, yes, das ist die Chance.
00:07:07: Wenn Amerikaner, Amerikaner kauft, dann bin ich hier raus.
00:07:11: Weil ich war da gekauft, das ist die F.O Da hast du, weißt du genau, du darfst das Schiff noch an den Hafen führen, und dann darfst du raus.
00:07:17: Und wenn ich abends nach Hause gefahren zu meiner Frau war, dachte du, die Firma wird gekauft, das ist die Chance, den Jakobs wegzugehen.
00:07:25: Meine Frau, wir haben die aus dem Wolken gefallen.
00:07:27: Was hast du heute?
00:07:29: Was habt ihr für Pizza gegessen?
00:07:34: Das war dann für mich vom Gefühl her so, ja, das ist der Weg raus.
00:07:41: Das war eine große Erleichterung.
00:07:44: Die Erleichterung kann ich spüren, das merkt man sofort.
00:07:48: Du wusstest das ja auch sehr schnell.
00:07:51: Aber Jakobs Idee heißt ja alleine unterwegs und so was.
00:07:55: Das sind jetzt für mich gleich so zwei, drei Fragen.
00:07:57: Zum einen, wo kam das so schnell her?
00:07:59: War das schon lange ein Traum?
00:08:01: Und was sagt deine Frau dazu?
00:08:02: Weil das heißt ja erst mal, Frau hat mit Kindern alleine für eine gewisse Zeit, die muss ja auch mitspielen.
00:08:09: Genau, der eigentliche Ursprung, die Wurzel, die Saat für diese Idee, die lag schon wahrscheinlich fünfzehn, zwanzig Jahre zurück.
00:08:17: Und zwar hatte ich Paulio Cahello mal gelesen, der hat ja auch über den Jakobsweg im Buch geschrieben und dann kam er noch andere Bücher und die haben mich angesprochen.
00:08:27: oder der halt Chemist und also diese Pilgerreisen haben mich angesprochen.
00:08:32: Aber ich im Business, zwei Kinder damals oder nachher noch ein Dritten dazu.
00:08:40: Da war überhaupt nicht die Idee, das mal umzusetzen.
00:08:45: Ich hab damals sechs Wochen Zeit genommen, das zu machen.
00:08:47: Und das in einen ganz normalen Urlaub reinzupacken, das geht überhaupt nicht.
00:08:51: Deswegen war das immer so auf der langen Bank.
00:08:54: Und als ich dann diese Fenster auftah, hab ich meine Frau ... mehr oder weniger ... ja, eigentlich ... ihr das angesagt.
00:09:05: Wenn ich da rausgehe, in der Freistellungsphase, oder am Ende, dann geh ich diesen Jakobs weg.
00:09:10: Und sie hatte dafür Verständnis, weil sie sich echt Sorgen gemacht hatte über meinen gesundheitlichen Zustand.
00:09:17: Ich hatte, glaub ich, die ersten Anzeichen von Burnout damals.
00:09:21: Und ich hab das dann in meinem Umfeld erlebt.
00:09:23: Ich hab dann noch ein Kollege von mir ist dann für mehrere Monate ausgefallen.
00:09:27: Und wir waren sehr gut auch befreundet.
00:09:30: Und das mitzukriegen, hat mich dann noch mal aufgeweckt.
00:09:36: Und insofern, ich glaube, ich hab meinen Glücks halt ... Holt, also diese Erfahrung wurde mir in dem Moment erspart.
00:09:45: Interessanterweise, allein durch diesen zu wissen, das ist zu Ende.
00:09:50: Ich weiß noch nicht genau, wann.
00:09:51: Das war am Schluss über anderthalb Jahre, das war noch eine lange Reise.
00:09:55: Bis das Schiff im Hafen war?
00:09:57: Bis ich dann an den Punkt war, also jetzt ... ja, Abschlüsse durch und jetzt darfst du gehen.
00:10:02: Ich hab auch einen guten Ferendil gehabt.
00:10:05: Das war so, muss ich sagen, total ... da sind die Amris ja da häufig sehr pragmatisch.
00:10:10: legen Geld auf den Tisch und sagen, hey, wenn du mitspielst, dann kriegst du diesen starken Geld.
00:10:15: Und dann passt das.
00:10:17: Und ... Segen für mich, das war mein Stadtkapital.
00:10:21: Und dann ... Also, okay, das hat noch eine ganze Weile gedauert.
00:10:24: Dann bist du raus, oder man hat dich freigestellt, dann hast du den Jakobsweg gemacht.
00:10:29: Das war Frage, die sich mir aufträngt.
00:10:31: Also, muss man dafür christlich sein, bist du christlich?
00:10:35: Macht das einen Unterschied?
00:10:37: Also, ich bin ... evangelisch oder protestantisch geprägt, aufgewachsen, war auch in der Kirche immer wieder aktiv im Posaunkor oder Singen oder ähnliches.
00:10:48: Insofern habe ich eine Prägung.
00:10:52: Auf dem Jakobsweg selber ist das aber für die Spanier und die Katholiken noch relevant, aber ich würde sagen, das ist die Minderheit.
00:10:59: Da findest du alle möglichen.
00:11:01: Ich habe auch ein paar witzige Geschichten drin, wie, sag mal, Ja, da ist Gottesdienst.
00:11:09: Und dann gibt's vor der ... vor der Darreichung der Communion hier, der ... Horstien wird noch klargestellt, dass das auch nur für die verheirateten, echten Kartoteliken, ja, also ... geschieden, oder damals auch lesbisch oder homosexuell und alles war und hat ausgeschlossen.
00:11:27: Ihr dürft nicht mitfeiern, das haben sie vorher schön angesagt.
00:11:30: Und dann ist ein Drittler aufgestanden und rausgegangen.
00:11:33: Das war für mich diese Erfahrung.
00:11:35: Ich habe also eine Erfahrung gemacht, die sehr stark mir mein innere Stimme näher gebracht hat.
00:11:41: Dieses tagtägliche Gen.
00:11:42: Ich giste jeden Tag acht oder neun, zehn Stunden.
00:11:45: Und ich habe in der Regel gut die Hälfte der Zeit in Stille für mich alleine verbracht.
00:11:51: Und wenn ich dann irgendwann keine, also mal Gesprächsbedarf hatte, dann habe ich mich mit dem einen oder anderen Pilger unterhalten oder angekommen dann auf einen, was weiß ich hier.
00:12:02: Bier oder irgendwas ähnliches sich ausgetauscht.
00:12:04: Also da war beides, da war stille, einfach gehen mit sich selbst oder mit mir selbst und Gesprächekontakt.
00:12:15: Und das Faszinierende dort ist, während ja im Corporate-Bereich überall so gewisse hierarchische Status-Symbole sind.
00:12:24: Wer sitzt, wo, wer darf, welches Auto, Car Policy und Da hast du vorne fliegen oder hinten fliegen.
00:12:31: Also überall gibt es so kleine Signale für Status und Power.
00:12:34: Wer hat was zu sagen?
00:12:37: Auf dem Jakobsweg sind sie alle gleich.
00:12:41: Weil du trägst jeden Tag das gleiche T-Shirt.
00:12:45: Das wäscht du nämlich abends.
00:12:46: Am nächsten Tag ziehst du es wieder an.
00:12:48: Du hast da noch eine Garnitur zum Wechseln.
00:12:51: Aber du hast nicht den ganzen Kleiderschrank dabei.
00:12:52: Sondern du trägst das Essential Minimalism.
00:12:56: Vielleicht nicht kurz, sondern lange Hose.
00:12:58: zwei T-Shirts und noch was oben drüber.
00:13:00: Du willst nicht so viel mitschleppen.
00:13:02: Klar.
00:13:02: Du nimmst nicht frische Unterwäsche für sechs Wochen mit.
00:13:04: Nein, du nimmst wirklich
00:13:06: zwei
00:13:06: und dann wird immer gewaschen und gewechselt.
00:13:10: Und das macht es halt so anders.
00:13:12: Die Erfahrung ist so anders.
00:13:13: Weil du weißt, kennst die anderen eigentlich nur beim Vornamen.
00:13:17: Aha, das ist John mit dem roten T-Shirt.
00:13:20: Oder das ist die Susi und die trägt halt gelbe Schuhe.
00:13:24: Und das macht sie alle, ja, no ranks, no titles, alle gleich.
00:13:28: sehr menschlich.
00:13:30: Und das macht das eine ganz besondere Erfahrung, weil jeder bringt auch seine Themen damit, die halt total persönlich und menschlich sind.
00:13:39: Da geht es nicht um Haus, Auto, Titel, was auch immer, sondern warum bist du nur eigentlich auf dem Weg?
00:13:44: Genau, und ich glaube darüber, also dadurch, dass man sich ja da vermutlich immer wieder auch den gleichen Leuten begegnet, weil alle den gleichen Weg gehen oder die gleiche Richtung gehen, vertieft sich sowas natürlich.
00:13:57: Erst in dir selbst, dann in den Gesprächen, dann im Austausch, dann wieder im Gehen, mit sich selbst kontemplieren oder mit sich selbst diskutieren oder Sacken lassen, Eindrücke kriegen.
00:14:12: Ja.
00:14:13: Ja, und es ist schön, dass ich in dieser Erfahrung, ich hatte einiges gelesen, deswegen hatte ich mich vorbereitet, war relativ leicht unterwegs.
00:14:20: Ich habe also nicht zu viel aus meinem Murgsag rausräumen dürfen.
00:14:24: Und man sagt so, es gibt so.
00:14:25: die erste Phase ist, der Körper darf sich daran anpassen.
00:14:29: Das ist eine physische.
00:14:30: Du darfst dich an das tägliche gehen, laufen, Füße und so weiter gewöhnen.
00:14:34: Manche kriegen Blasen, ich hatte Glück, ich hatte schwere Schuhe, ich hatte typisch Deutsch, Stiefel.
00:14:40: Also ich meine, der Deutsche geht Wandern mit Schuhen, mit Stiefeln.
00:14:42: Mit Wanderschuhen, na klar, Wanderstiefeln.
00:14:44: Es
00:14:44: macht aber nur der Deutsche.
00:14:45: Weil die Spanier gehen in ganz leichten ... Sneakers, Schuhen und was auch immer.
00:14:51: Die Amerikaner auch, Trailrunner und was auch immer.
00:14:53: Der Deutsche jedoch, die erkennste alle daran, dass wir richtig schöne schwere Stiefel haben.
00:14:58: Und es ist eigentlich gar nicht clever, weil du hebst immer ein bisschen hoch und so ein Schuh wiegt was.
00:15:06: Wenn du an einem Tag dreißigtausend Schritte machst und du hebst immer so schwere Schuhe hoch, verbrauchst du ziemlich viel Energie, einfach nur um den Schuh zu heben.
00:15:15: Weil der Körper selber bleibt auf der gleichen Ebene.
00:15:18: Also, ich würd beim nächsten Mal mit leichten Schuhen auf.
00:15:21: Aber das hat eine Weile gedauert, bis ich das verstanden hatte.
00:15:24: Also, die erste Phase, Körper fit machen, das geht so vielleicht eine Woche, zwei Wochen.
00:15:30: Und dann kommt eine Phase, die geht eher so auf den Kopf, mental.
00:15:35: Du hast ja immer diesen kleinen Chatter.
00:15:39: Und dann kommt irgendwann die Phase, dass das ruhig wird.
00:15:42: Weil die inneren Gedanken, die hast du jetzt schon zum zehnten oder zwanzigsten Mal durchgekaut.
00:15:47: kommt nicht so viel Druck
00:15:51: von außen,
00:15:52: sondern es ist im wesentlichen Platz.
00:15:55: Und dadurch irgendwann hört dieses Gechatter, hört dann einfach auf.
00:16:00: Und dann ist
00:16:01: Ruhe.
00:16:01: Dann kommt Ruhe.
00:16:02: Ja.
00:16:03: Und dann gehst du, ich bin an Teil der Streckenweise gegangen, so mehrere Kilometer, einfach nur durch die totale langweilige Mesetas, nur links und rechts, Felder, braun, langweiligst.
00:16:16: Und es erzeugt eine gleichmäßige Fast lange Weile erzeugt Stille.
00:16:31: Und damit aber auch Raum, oder?
00:16:33: Damit Raum.
00:16:36: Ja.
00:16:36: Und das war für mich so diese, ah, Entschneudigen.
00:16:40: Also aus diesem Kronos, aus dieser Taktung, aus dieser Kronos Gottes, der Zeit oder auch manchmal in den Kirchen, als der mit der Sense und dem Urenglas dargestellt, der im Prinzip immer diese getaktete Zeit hat, der Kalender, die Uhr und all diese Sachen.
00:16:57: Und dort entsteht plötzlich Raum für Kairos, also für den rechten Augenblick.
00:17:06: Und
00:17:07: ich finde es gerade ganz faszinierend, weil das ist was, was wir westliche ... Manager, nenne ich es jetzt mal, aber gilt für viele, viele andere, glaube ich, genau.
00:17:17: Wenn ich meinen Sohn nehme, der studiert, für den gilt das inzwischen ja ganz genau so.
00:17:21: Wir sind ja alle durchgetaktet, so wie du es beschrieben hast in deiner CFO-Rolle.
00:17:26: Damals gab es wahrscheinlich noch eine Assistentin oder sowas, die dir den Kalender durchgetaktet hat.
00:17:30: Heute macht es die KI, aber der Kalender ist voll.
00:17:33: So oder so, ja, das eine Meeting geht von elf bis zwölf und das nächste Teams-Mitting geht von zwölf bis eins, ja.
00:17:40: Und wenn ich mir den Kalender von früher angucke, dann war der im Prinzip weiß hieß, oh, da ist eine Lücke für irgendwas anderes, E-Mails bearbeiten oder ähnliches.
00:17:53: Aber es war im Wesentlichen ein guter Kalender, hatte keine weiße Flächen.
00:18:00: So, Status, also wer ist busy, hat keine weißen Flächen im Kalender.
00:18:05: Heute achte ich darauf, dass ich zwischen all meinen Coachings weiße Flächen habe.
00:18:15: Ich mach das einfach nicht mehr.
00:18:15: Ich mach kein Back-to-Back mehr, weil ich diese Spaciousness, diesen Platz, diesen Raum, den hab ich so schätzen gelernt.
00:18:26: Und heute bin ich meist an meiner eigenen Zeit.
00:18:29: Also, rahme ich jedes Bild in ein Passpartout.
00:18:34: Also, es gibt immer weiß
00:18:36: Daumen.
00:18:37: Das ist witzig, dass du das sagst, weil ich mach's ganz genauso.
00:18:40: Ich mach's technisch ein bisschen anders, weil ich die Möglichkeit hab, dass ich meine Coaching-Klienten direkt in meinen Kalender einbuchen, weil gerade für meine Verhandlungskochings ist es manchmal nötig, das ganz kurzfristig irgendwo was zu finden.
00:18:53: Das heißt aber,
00:18:54: ich
00:18:55: blocke mir sozusagen Zeit, damit es auch nicht mehr weiß, aber in meinem Fall dann grün, wo ich sage, okay, ich habe hier von... Aufnahme hier im Podcaststudio von drei bis vier, dann ist irgendwie so, wo ich sage, okay, dann block ich mir von zwei bis drei und von vier bis fünf oder eine halbe Stunde, je nachdem was reinpasst, diese Zeit, um einfach klar zu haben, okay, da ist nichts, da ist nicht gleich der nächste Call auf die Minute getaktet, sondern dass da Luft ist, dass da Raum entsteht für Gedanken, für mich, ja, um.
00:19:28: Mittagsschlaf zu machen, weil wir es vorhin hatten, um Kaffee zu trinken oder um einfach mal, ich wohne ja jetzt am Jakobsweg, vielleicht dazu auch noch einen Satz, ist aber einfach mittags mal eine halbe Stunde spazieren zu gehen, um einmal den Kopf frei zu kriegen.
00:19:42: Ja,
00:19:42: früher habe ich, wenn es hochkommt, eine Stunde im Mittag gemacht.
00:19:45: Heute habe ich eine zweistündige Mittagspause, bei der ich bei normalem Wetter rausgehe.
00:19:51: Wenn es in Strömen gießt, dann mache ich mittagsschlaf im Büro.
00:19:55: Aber sonst gehe ich raus.
00:19:57: So, und ... Ich nehme da auch keine Termine raus.
00:20:00: Kann mal sein, dass ich immer ein Telefonat annehme oder sowas.
00:20:03: Aber das ist dann eher im Sinne von kollegial oder ich ruf kurz zurück.
00:20:08: Aber an sich ist für mich diese von zwölf bis halb drei ist es frei.
00:20:14: Ich akzeptiere da keine von Lunchmeeting schon, aber ich akzeptiere da keine Termine.
00:20:20: Und das ist eine andere Art, für mich jetzt eine andere Art des Umgangs mit der Zeit.
00:20:24: Und ich musste mich wirklich in meiner Selbstständigkeit entwöhnen von diesem Corporate.
00:20:32: Ja, also dieses Zeitdruck, interessanterweise erzeugt ja häufig dann auch Druck aufs Herz, also höhere Blutdruck.
00:20:41: Und dieses Raumschaffen, Platzschaffen erzeugt dann wieder ... Ja, genau.
00:20:49: Also das empfinde ich ganz genau so.
00:20:53: Und das ist spannend, dass das dann sozusagen auf dem Jakobsweg entstanden ist in dieser Phase zwei, wie du es jetzt gerade genannt hast.
00:21:00: Weil da ist ja dann so dieses, okay, die Gedanken sind alle gedacht, die sind alle schon fünfmal oder sieben oder zwölfmal gedacht.
00:21:07: Okay, und dann, glaube ich, ist so dieses, okay, jetzt ist, ja.
00:21:11: Und dadurch passiert, was ganz interessant ist.
00:21:13: Also, mir ist es zumindest so passiert.
00:21:15: Ich war am Anfang tak, tak, tak, tak, schnell gelaufen.
00:21:17: Ich habe versucht, so, ja, vier Komma drei Kilometer pro Stunde hinzukriegen, ja.
00:21:22: viel zu schnell, viel zu schnell, völlig ungeeignet, weil der Körper gar nicht, der muss erst mal trainiert werden.
00:21:30: Und wir haben dann die erfahrenen Pilger am ersten oder zweiten Tag, die ich dann getroffen habe, da war ich in der Herberge, da waren eigentlich, die waren halt schon fünf, sechs Mal oder zehnmal gelaufen.
00:21:39: Und dann hab ich gesagt, wenn du mir ein paar Tipps geben kannst, worauf sollte ich achten?
00:21:43: Ich sag, du geh langsam.
00:21:46: Ich sag, okay, was ich meist gelangen hab, ja, so, drei Komma fünf Kilometer ist okay.
00:21:52: Nicht schneller.
00:21:54: Und dann hab ich das ausprobiert.
00:21:56: Und der Schöne ist, der Körper ist total darauf eingestellt.
00:22:01: Also wir sind gebaut, um ... ja, man kann auch leicht laufen, aber man kann gehen, kannst du wunderbar, langer, langer, langer, viele Stunden.
00:22:12: Idealerweise nicht zu schnell.
00:22:15: Und was dann noch passiert?
00:22:16: Beim langsamen Gehen, beim langsamer Takten, dann synchronisieren sich die Gehirnhälften.
00:22:22: Und weil sie langsam synchronisieren, sinkt die Aufmerksamkeit in den Körper.
00:22:29: Während wir die schnell laufen, bleiben sie sehr stark im Kopf.
00:22:34: Und langsam wirst, dann kommen sie auch in das Gefühl, in die Emotion.
00:22:39: Da geht es laufen so auf Autopilot.
00:22:41: Da ist kapazitätfrei für Körperwahrnehmungen und diese Dinge.
00:22:44: Wenn du schnell unterwegs bist, das kenne ich auch vom Berg, laufen oder so, wenn du da zu schnell unterwegs bist, dann bist du ständig beschäftigt mit, wo trete ich hin und wo geht's hin und sonst irgendwas.
00:22:55: Da ist ja kaum mehr Kapazität zum Denken und zum Spüren schon gleich gar nicht.
00:22:59: Genau, deswegen mache ich das ja heute.
00:23:00: Meine Coachings gerne im Freien.
00:23:03: Und meine Haupt, ich laufe dann einfach den Philosophenschritt.
00:23:07: Meine Klienten wollen, da, da, da, da, da.
00:23:08: Ich sag, du, wir haben keine Eile.
00:23:10: Außer du musst irgendwo hin.
00:23:11: Aber ich muss da jetzt nicht schnell hin.
00:23:13: Wir können da ganz in Ruhe.
00:23:14: Und ich bremse sie einfach ab, durchs langsame Gehen.
00:23:20: Und dadurch wird es viel leichter, die Emotionen, die da drunter zu liegen, wahrzunehmen.
00:23:29: Und Emotionen finde ich ist jetzt ein schönes Stichwort, um die Folge auch noch so ein Stück tiefer zu legen, sag ich jetzt mal.
00:23:38: Was waren denn die Emotionen, die Gedanken,
00:23:43: die
00:23:44: Trigger, die Auslöser?
00:23:45: vielleicht, dass du gesagt hast, okay, ich geh auch nicht mehr zurück in diese corporate Welt?
00:23:50: Ja, ich geh vielleicht noch ein bisschen vorwärts.
00:23:52: Ich hatte einer meiner Mit- oder Freunde aus meiner Männergruppe heraus, hatte mir gesagt, du, der war den Wachsweg schon gelaufen.
00:23:59: Martin, mach dich darauf gefasst, du wirst weinen auf dem Weg.
00:24:02: Mhm.
00:24:04: Ist okay, interessant.
00:24:06: Und ... Also, bei Filmen tue ich mich recht leicht.
00:24:10: So bin ich näher am Wasser gebaut als meine Frau.
00:24:14: Aber ich war neugierig, was er damit meinte.
00:24:17: Und es gab wirklich Situationen.
00:24:22: Da war ich eine Geschichte, da war ich in so einem Waldstück.
00:24:28: Und da saß eine Pilgerin unter einem Baum im Schatten, hatte Schuhe aus.
00:24:34: So ungewöhnlich im Wald.
00:24:37: Ja, aber irgendwie, sie war fertig, müde, tat mir Schuhe weh und sie hatte kein Wasser mehr.
00:24:42: Und das ist dann so am frühen Nachmittag, wenn die Sonne runterbrennt und du hast kein Wasser mehr, bis weit weg ist nicht unbedingt die beste Konstellation.
00:24:50: Ich hatte noch genug Wasser dabei und hab ja erst mal Wasser gegeben.
00:24:53: Also kam wir ins Gespräch.
00:24:55: Und dann merkte ich, komm, wir gehen zusammen.
00:24:57: Weil, mhm, ist ... Wenn jemand dabei geht, dann ist es mit den Schmerzen im Fuß und Ähnliches viel leichter, weil du plötzlich ins Gespräch kommst und dann geht das wieder leicht.
00:25:07: Hat sie mir ihre Geschichte von ihrer Mutter erzählt, wie die vor ein paar Wochen an Krebs verstorben waren?
00:25:14: und wir laufen so und plötzlich umschüren uns ein paar Schmetterlinge.
00:25:19: Und die kamen immer so rum.
00:25:21: Und irgendwann landen zwei Schmetterlinge direkt vor uns auf dem Weg und wir bleiben stehen und dann fiel mir die Geschichte ein, dass ich ... Mein Vater ist vor Jahren gestorben und im letzten Sommer hatten wir, also im Haus in Italien, waren wir noch mal da und haben mit ihm ein Boot gefahren, alles möglich gemacht und waren an einem Nachmittag in einen Dorf gefahren und da gab es so einen Laden mit so metallen Schmuckstücken.
00:25:51: Und da war hingen drei verschiedene Schmetterlinge an der Wand.
00:25:55: Da dachte ich, komm, ich kaufe zwei Schmetterlinge, einen für ihn, einen für mich oder für uns.
00:26:01: Und dann habe ich ihn mitgebracht und sagte, wenn du dann ... Wir wussten, er hatte Lungenkrebs und das war ... Endlich, also wir wussten halt nicht, wie lange ... Wenn du dann auf der anderen Seite bist, dann schick doch einfach an Schmetterling.
00:26:16: Und dann sind diese beiden Schmetterlinge genau vor uns auf dem Weg.
00:26:21: Und da brach es dann in mir hervor und ich sag, wow.
00:26:26: Das war der erste Moment, wo ich wirklich spürte, puh, das war jetzt
00:26:30: ...
00:26:33: Und diese Emotionalität war damit aufgebrochen.
00:26:38: Das war der Punkt, wo immer mehr Emotionen bei mir spürbar werden durften.
00:26:45: Das ist ja manchmal bei Emotionen, wenn man im Alltag ist, um Druck und Konzern und ähnliches, du hast nicht die Zeit, die Emotionen jetzt zu spüren.
00:26:54: So hart es jetzt ist, du packst irgendwo in die Kiste Deckel drauf.
00:26:58: Nein, ich darf jetzt nicht spüren, das ist es nicht angebracht.
00:27:02: Ich muss weiter funktionieren.
00:27:05: Wenn man das einmal macht, ist okay.
00:27:06: Aber wenn du das dauernd machst, dann baust du irgendwo einen unprozessiersten Berg an Emotionen auf.
00:27:13: Und wir Männer tendenziell noch eher als die Frauen.
00:27:16: Weil ich glaub, da sind Frauen emotionaler in ihren ganzen Zyklen.
00:27:20: Und dadurch auch wieder so reinigende, klärende Situationen.
00:27:22: Und wenn wir Männer nicht uns bewusst Situationen suchen, wo wir diese Emotionen irgendwann wieder prozessieren dürfen, dann lagern die irgendwo eine Ecke.
00:27:30: Ja?
00:27:31: Autobahn für Analytik, aber Feldweg für Emotionen.
00:27:37: Nicht gesund.
00:27:38: Ich glaube, es ist nicht gesund und auch dauerhaft nicht gesund.
00:27:41: Ja, genau.
00:27:42: Und deswegen ist mir auf dem Weg danach, habe ich ganz viel bei Männern auch immer wieder so die Gespräche und dann haben wir sehr viel auch über Tod oder über die Eltern oder über rollenmännlich und so weiter gesprochen.
00:27:53: Und somit habe ich mir so einen ganzen Raum aufgemacht, das hatte, hm, ich mache das gerne.
00:28:00: Also ich bin da in dem Zuhören, in dem Raum halten gut.
00:28:05: Man hat mir auch Notizen gemacht in meinem Tagebuch.
00:28:08: Wie wär's denn eigentlich, wenn ich als Coach tätig würde?
00:28:10: Ich hab da so ne Sequenz, da hab ich, weiß ich noch genau, beim Tagebuch, hab ich Ideen aufgeschrieben für danach.
00:28:18: Und da sind lauter Ideen drin, Coaching, wie könnt das aussehen?
00:28:22: und so weiter und so fort.
00:28:23: Und dann bin ich am Ende des Weges, da kommt noch, für mich ist die Fertig, also nach der emotionalen Etappe kommt noch die spirituelle Etappe.
00:28:29: Mhm.
00:28:30: Da war ich oft in dem Fall abgebogen, wurde mit dem Primitivo weitergelaufen, so ein relativ einfacher Weg, nicht so viel los, weil der Hauptweg hat schon guten Traffic, da sind also vier, fünfhundert Leute oder mehr am Tag unterwegs.
00:28:43: Und auf dieser etwas ruhigeren Etappe vom Primitivo, das ist vielleicht so, dass es fünfzig bis hundert Leute unterwegs sein.
00:28:49: Und das war für mich die spirituellere Etappe.
00:28:53: Ich hab mir also sehr viele die Fragen gestellt, ja, was will ich als Seele eigentlich hier?
00:28:58: Warum bin ich eigentlich hier?
00:29:00: Was will ich so?
00:29:01: John Strelecky, der ist ja sein Café am Rande der Welt.
00:29:04: Oder andere.
00:29:06: Dann haben wir diese Fragen gestellt.
00:29:07: Dann haben wir diese Fragen auch in den Dialoge mit meinen Gesprächspartnern genommen.
00:29:11: Da bin ich mit einem katholischen Priester gelaufen, mit einem evangelischen Pfarrer aus Amerika gelaufen.
00:29:16: Mit einem Buddhisten.
00:29:17: Ich hatte also wirklich dann auf diesem Stück auch noch die Begegnung mit Menschen, die sich mit Spiritualität berufsweise auseinandersetzen.
00:29:26: Und hab für mich immer mehr die ... Na, also ... Das könnte was sein, in dieser Richtung nachher Beruf aufzubauen, als Coach, als Wegbegleiter, Transformationen, Menschen oder vor allem auch Männer wieder in die Nähe ihres Spürens, ihres Gefühls zu bringen, damit sie daraus ein erfüllteres Business aufbauen
00:29:51: können.
00:29:52: Und ganz am Ende des Weges war dann diese Entscheidung, wie komme ich daraus?
00:29:57: Ich habe mich gefragt, ja, gehe ich jetzt zurück?
00:30:01: Hat Hunter, ich hätt jetzt wieder Zeit, wollte wieder CFO, brauchte irgendwie einen kaufnischen Geschäftsführer.
00:30:07: Und mein Körper hab ihn gestreikt.
00:30:08: Mein ganzer Körper hat gesagt, no way.
00:30:12: Also war ganz klar, in allen Zellen ist okay.
00:30:15: Gut.
00:30:15: Wenn nicht zurück.
00:30:18: Was denn dann?
00:30:22: Da war dann so meine innere Stimme, ja, geh einfach diesen Weg
00:30:25: weiter.
00:30:26: Geh diesen Weg weiter, heißt ... im metaphorischen Sinn, also nicht über Komposteller hinaus.
00:30:34: Ja,
00:30:35: doch, ich bin nicht gelaufen, aber dann kommt ja irgendwann der Atlantik, und wenn du dann weitergehst, dann ist Ende.
00:30:40: Es gibt auch Menschen, die dann halt das Ende da suchen.
00:30:43: Es ist erstaunlich, wie viele Menschen dort in den Suizid gehen, weil die einfach keinen Sinn mehr im Leben sehen.
00:30:51: Und für mich war halt, naja gut, es gab diesen letzten Tag Sonnenuntergang.
00:30:57: der Ende des alten Kaminos und dann der Sonnenaufgang, den hab ich dann im nächsten Morgen im Hafen verbracht.
00:31:04: Und da war für mich dann ... ich ... wage das.
00:31:08: Ich mach mich selbstständig.
00:31:09: Ich mach diesen ... Wie das genau aussieht, Unternehmensberater, Coach und was auch immer, war noch wage, aber der Kompass, der war schon ausgerichtet.
00:31:18: Die Kompass-Nadel war schon klar darauf eingespürt.
00:31:22: Und dann hat sich eins nach dem anderen ergeben.
00:31:25: Also fast schon eine gewisse magische Hand, die dabei war.
00:31:29: Und immer wieder taucht die Jacobsweg auf.
00:31:31: Deswegen hab ich dann immer mein Coaching, Camino Coaching, genannt, weil es einfach mich damit verwurzelt ist.
00:31:37: Mein Name passt immer und die Geschichten passen wunderbar.
00:31:42: Und das sind dann auch diese vier Phasen, die du gerade beschreibst.
00:31:45: Also, wenn ich jetzt eine Transformation hab und ich geh nicht den Jacobsweg, sondern ich versuch das sozusagen ... Berufsbegleiten zu machen oder halt in der Auszeit oder in einem Sabatical oder wie auch immer.
00:31:58: dann da die äußeren Umstände ausschauen, dann würdest du das ähnlich...
00:32:02: Also ich fasse das in der Regel so, ich sag mal, auch mit meinen Klienten.
00:32:07: in der Regel kommen sie entweder mit, ich will da raus, ja, Exit und dann helfe ich ihnen in diesen Exit hinein zu kommen.
00:32:15: Weil Exit lässt dich wunderbar gestalten.
00:32:19: Also wer weiß, dass er raus will, braucht man ein bisschen Geduld.
00:32:25: In der Regel findet sich ein guter Weg.
00:32:28: Und ich würde niemand empfehlen, irgendwie einfach nur vor, ja, hier, Kündigung, ich gehe raus.
00:32:33: Kann man natürlich machen, aber ich denke, es ist viel eleganter, Wege zu finden, das sauber zu übergeben, Nachfolger, Sabbatical, was auch immer der Möglichkeiten sind.
00:32:42: Also Exit ist diese erste Phase.
00:32:45: Und dann kommt im gewissen Sinne Abklingbecken.
00:32:48: Also Explore, diese Phase des Das Ausruhens.
00:32:52: Also wenn du aus dem Reaktor quasi den heißen Brennstab rausnimmst, dann wird der auch erst mal eine Abklingenbecken gepackt.
00:33:00: Und das ist meine Beobachtung.
00:33:01: Wenn meine Klienten zu mir kommen, ich will da raus, was neu ist, sagte, nicht mit mir.
00:33:05: Also wenn du zu mir kommst, dann seid ihr gewusst, dass wir mindestens sechs Monate, wahrscheinlich eher neun Monate, sabbatical Phase einbauen.
00:33:13: Und du darfst vor, also wir machen eine Vereinbarung, du darfst.
00:33:16: vor dem Ende dieses Zeitpunkt, darfst du keine neue Rolle annehmen.
00:33:20: Also Fulltime-Rolli, wenn da mal so ein Projekt da drin ist oder ein Speech oder so.
00:33:24: Aber so Commitment-Rolle mit Fulltime in dieser Rolle, nein.
00:33:28: Wenn ich jemanden fragt, ja, ich bin ab dem Tag wieder zur Verfügung, aber ist dahin nicht.
00:33:34: Das ist für viele unglaublich schwer, weil sie diese Angst haben, dann komm ich ja nicht mehr rein und ähnliches.
00:33:39: Ich sage, das ist das Beste, was du tun kannst.
00:33:42: Wenn du es mit bewusster Begleitung und Intention machst, wenn du dich da nur da reinhängst und nix machst, Aber wenn du die Raupen fütterst, wenn der Schmetterling rauskommen möchte, der muss mit den richtigen Futter füttern, damit er nachher auch als Schmetterling schlüpfen
00:33:57: kann.
00:34:00: Ich kenne es so in einem ganz anderen Aspekt, aber ich kann das total gut nachvollziehen, weil ich finde immer, wenn diese Entscheidungen getrieben sind, nur von einem weg von.
00:34:08: Ich habe hier einen Job, der mir keinen Spaß mehr macht und ich will nur weg davon.
00:34:13: ohne irgendwie die Hausaufgaben zu machen, die zu dieser Situation geführt haben, dann habe ich vielleicht einen neuen Job, Anschluss, also direkt im Anschluss und so weiter, aber ein halbes Jahr, zwei Jahre später habe ich genau die gleichen Probleme wieder, weil ich meine Hausaufgaben nicht gemacht habe, weil ich die gleichen Muster mitbringe, die gleichen Kisten mit der Emotionen, Parken, weil ich mich voll mache, Takte, all die Dinge, die wir hatten.
00:34:36: Und ich glaube, deswegen braucht es vorher, deswegen hat mich das so interessiert, wo dieses hinzu ist, sozusagen.
00:34:42: Ja, wenn ich, wenn ich da rausgehe, dann braucht es irgendwie eine Sortierung, wo ich sage, will ich eigentlich da lang oder da lang oder da oder was auch immer.
00:34:50: Ich muss mal explore, ja, im Englisch exploreieren, mal gucken.
00:34:53: Genau.
00:34:53: Nicht festlegen, schnuppern hier und davon probieren, das machen, das machen.
00:34:58: Und meine, ich habe im Buch mal so ein paar Geschichten drin, das manche... bei manchen sind sechs Monate schon genug.
00:35:05: Ich hab die Beobachtung, dass für die meisten ist ein Jahr oder anderthalb Jahre noch passender, weil sie dann in diesem Feld auch in diesem, sag mal, ich weiß nicht, ob's langerweilig der passende Begriff ist, in dieses weiße Blatt hineinkommen.
00:35:19: Wozu hab ich heute einfach Lust?
00:35:23: Mhm.
00:35:24: Geh ich raus in die Natur, nehm ich mir einen Pinselfang an, so was zu malen.
00:35:28: oder gehe ich Klavier spielen, wie kann ich meine Kreativität heute ausleben?
00:35:34: Und ich lade alle meine Kunden und Klienten immer wieder ein, was hast du früher als Kind gerne kreativ gemacht?
00:35:39: Was war deine Art der Kreation?
00:35:42: Und das wieder zu aktivieren.
00:35:45: Weil das total hilft.
00:35:47: Manche legen Lego, Lego Seriesplay oder was auch immer, hilft total herauszufinden, wohin möchte ich denn?
00:35:54: Second Mountain, also nicht da wieder auf den alten oben drauf, sondern was ist mein zweiter Berg?
00:35:58: Welchen möchte ich denn?
00:36:00: Wo will ich denn hin?
00:36:01: Also hinzu und damit hinzu halt, wie kann ich all diese Dinge, die ich da habe in meinem Fächer, wie kann ich die übereinanderlegen und daraus was kreieren, was mir viel gerade von Freiheit bringt.
00:36:13: Freiheit bezüglich der Zeit, Freiheit bezüglich des Geldes, Freiheit bezüglich meiner Beziehung, also mit wem möchte ich Zeit verbringen?
00:36:21: und Freiheit bezüglich meines Ja, mein Miss Purpose oder meines Lebenssens.
00:36:27: Und Fünfte ist halt auch Freiheit bezüglich meiner Gesundheit.
00:36:30: Also genug Energie und Zeit zu haben, meiner Gesundheit die Priorität zu geben, weil wir sind ja, sag mal, wir sind halt ein physisches Wesen oder ein spirituelles Wesen in einem physischen Körper.
00:36:43: Und es gilt diesen physischen Körper auf hohe Energie zu halten, um diese ganzen Dinge all in die Welt zu bringen.
00:36:50: Also ... Total cool.
00:36:51: Ich glaube, wir können noch zwei Stunden weitermachen.
00:36:53: Ich habe gerade mal so auf die Uhr geschielt.
00:36:54: Wir sind schon über eine halbe Stunde unterwegs.
00:36:57: Ich habe total Lust, mir so ein paar Geschichten aus deinem Buch auch anzuhören.
00:37:00: Ich bin mir ganz sicher, wir werden noch eine Folge drehen.
00:37:04: Für die Zuschauer heute ist, wenn du dir eine dieser fünf Fragen stellst, die Martin gerade gestellt hat, also so in Richtung... Ja, was ist denn eigentlich dein Purpose?
00:37:14: Wie geht's deinem Körper?
00:37:16: Und all diese Dinge bin ich da, wo ich bin gerade richtig.
00:37:19: Und du aus der Folge was mitgenommen hast, dann freuen wir beide uns, wenn du uns likest, wenn du kommentierst, wenn du Nachrichten da lässt, wenn du uns fünf Sterne gibst, was auch immer, wenn du uns was Gutes zurückgibst.
00:37:29: Herzlichen Dank dafür.
00:37:32: Und ja, dann sehen wir uns in zwei Wochen wieder, wieder mit Martin und dann kommen ein paar Geschichten aus dem Buch.
00:37:38: Herzlichen Dank.
00:37:40: Danke, danke Heiko und habe mich gefreut.
00:37:42: Herzlichen Dank, dass du da warst.
00:37:44: Schön warst.
00:37:50: Wunderbar.
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