Härte macht einsam – warum „immer weiter“ nicht der Weg ist (#16)

Shownotes

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Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen zu Teil zwei meiner Miniserie Schattenseiten des Erfolgs.

00:00:06: Und heute geht es um das Thema Härte.

00:00:09: Und wenn Härte alles zerstört.

00:00:18: Wir alle kennen die Sprüche, du musst nur einmal mehr aufstehen, als du hinfällst.

00:00:23: Oder Oli Kahn, ja weiter, weiter, immer weiter.

00:00:28: Alles Bullshit.

00:00:30: Vielleicht macht es ja sogar erfolgreich, aber glaubt mir, glücklich geht anders.

00:00:36: Glücklich macht es nicht.

00:00:39: Ich weiß, dieser Erfolg, diese schnellen Entscheidungen werden von uns Führungskräften erwartet.

00:00:46: Aber wo führt es hin?

00:00:48: Ich sehe um mich herum immer mehr Männer, die an den Folgen dieser Härte leiden.

00:00:55: Es führt mindestens in die Überlastung, oft direkt in den Burnout.

00:01:02: Es führt fast immer zu Konflikten im Job, in der Beziehung, und auch zu inneren Konflikten in mir selbst, in dir selbst.

00:01:14: Und es führt in die Einsamkeit, denn wer sucht schon Nähe zu einem harten Hund, also mal vorausgesetzt, er könnte es zulassen.

00:01:27: Und mal ganz ehrlich, Angst ist nicht besonders anziehend und macht vielleicht schon, aber macht sieht halt oft die Falschen an.

00:01:36: Ich kenne das gut.

00:01:38: Ich wollte früher immer perfekt sein.

00:01:41: Alles musste perfekt sein.

00:01:44: Und ganz ehrlich, unsere Kunden haben uns dafür geliebt.

00:01:49: Sie waren aber nicht bereit für diese Perfektion, das Doppelte bezahlen.

00:01:53: Und ihr wisst genau, die letzten zwanzig Prozent Perfektion, ja, die kosten achtzig Prozent des Aufwands.

00:01:59: Also kam wirtschaftlicher Druck noch obendrauf.

00:02:04: Mehr Druck, mehr Angst, noch mehr Arbeit.

00:02:08: Ja, nach Gründung der Salekro habe ich oft, sechzig, siebzig, teils achtzig Stunden die Woche gearbeitet.

00:02:15: Wir hatten immer diesen Spruch, fünf, dreißig Stunden Woche, finde ich klasse, mache ich zweimal.

00:02:20: Wir waren erfolgreich, die ersten Jahre waren wir sogar mega erfolgreich.

00:02:24: Ja, wir haben fast zwei Millionen Euro Jahresumsatz gemacht, wir haben tausend Tage Training im Jahr gemacht, wir haben Projekte mit siebenstelligen Budgets gewonnen.

00:02:34: Ich habe im Rekord, in meinem persönlichen Rekordjahr, hundertneunundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.

00:03:01: Und von da an ging es dann bergab, weil es kam mehr Druck dazu, es kam mehr Stress dazu, es kam mehr dazu, dazu, dazu, dazu.

00:03:10: Nach zehn Jahren, zwei Tausend Fünfzehn, habe ich die Firma dann verkauft.

00:03:15: Und danach wollte ich als Einzelkämpfer perfekt sein.

00:03:20: Und ich war es oft auch, also meistens.

00:03:23: Ja und meine Kunden haben mich dafür gelebt, dafür, dass ich die extra Meile gegangen bin, dafür, dass ich für sie individuell und so weiter ein drauf gesetzt habe.

00:03:32: Und irgendwann bin ich dann in der Burnout-Klinik aufgemacht.

00:03:39: Und ihr werdet jetzt lauthal zu lachen, aber ein Kalenderspruch hat mich verändert.

00:03:47: Also die Zeit war vermutlich reif dafür.

00:03:49: Ja und zwar Kennt ihr vielleicht auf Mark Zuckerbergs Facebook?

00:03:56: Schreibtisch steht angeblich der Spruch, dann ist better than perfect.

00:04:02: Und daran halte ich mich seitdem.

00:04:05: Also nicht immer, aber immer öfter.

00:04:09: Und es wird höchste Zeit.

00:04:11: Es war höchste Zeit dafür.

00:04:16: Und heute kämpfe ich, wenn es sich lohnt, statt immer zu kämpfen.

00:04:22: Heute gebe ich hundert oder hundertzwanzig Prozent, dann, wenn es wichtig und richtig ist, aber nicht um mir zu gefallen, um anderen zu gefallen.

00:04:31: Ich gehe die extra Meile gerne, ja, wenn es nötig ist, aber nicht mehr zwanghaft.

00:04:38: Ich setze meine Kraft bewusst ein, entschlossen, klar fokussiert, ja, wo nötig auch mit vollem Einsatz.

00:04:47: Und ich nehme mehr Rücksicht, also vor allem Rücksicht auf mich selbst.

00:04:53: Ich achte auf mich, was geht noch und was geht nicht mehr.

00:04:59: Und wenn es nicht mehr geht, dann sage ich freundlich, klar, aber bestimmt nein.

00:05:06: Und das hat etwas mit mir gemacht.

00:05:11: Dieses dann ist besser denn perfekt, hat in mir ausgelöst, dieses Verständnis.

00:05:17: Ich muss nicht mehr perfekt sein, weil diesen Ansprüchen konnte ich sowieso nie genügen.

00:05:27: Aber dazu mehr noch in der nächsten Folge in zwei Wochen.

00:05:33: Also es ist so entspannend, nicht mehr perfekt sein zu müssen, denn fast immer gilt, dann ist es besser, denn perfekt.

00:05:42: Also, achtzig Prozent erledigt ist besser als hundert Prozent nicht erledigt.

00:05:51: Und ich glaube, darum geht es nicht nur bei mir, sondern bei uns erfolgreichen Männern dieses etwas vorwärts zu bringen, diese Kraft.

00:06:02: Die macht uns Männer doch aus, diese Power.

00:06:04: Da geht was voran.

00:06:07: Aber wie so oft ist die größte Stärke eben auch die größte Schwäche, die größte Gefahr.

00:06:16: Und wie so oft in meinen Podcast-Folgen am Ende geht es dann immer irgendwie um die Balance.

00:06:22: Es geht darum, kraftvoll zu sein auf der einen Seite und achtsam.

00:06:27: und mit dieser Energie Haus zu halten.

00:06:31: Und diese Energie fokussiert einzusetzen auf das, was wichtig ist.

00:06:36: Es dort einzusetzen, wo es nötig ist.

00:06:40: Und für mich ist dieser Spiegel in meinem Männerkreis oder von meiner Frau oder meinen Mitarbeitern, meinen Kunden immer sehr hilfreich.

00:06:50: Mal hin zu gucken, mal hin zu spüren.

00:06:54: Wo lohnt es sich, den wirklich sich voll einzusetzen?

00:06:58: Wo braucht es mich zu einhundert oder vielleicht auch zu einhundertfünfzig Prozent?

00:07:03: Wo lohnt es sich wirklich zu kämpfen?

00:07:06: Was ist mir wichtig?

00:07:08: Wo fühlt es sich richtig an?

00:07:12: Und wo reichen auch Achtzig?

00:07:15: Bin ich heute perfekt?

00:07:17: Nein, natürlich nicht.

00:07:20: Aber es macht mir nichts mehr aus.

00:07:23: Und das wünsche ich euch auch.

00:07:26: Mehr Gelassenheit, mehr Fokus, mehr Frieden, mehr Freude.

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